In der Kategorie Wissen machen wir Sie seit drei Jahren mit wichtigen Fachbegriffen aus der Welt der Zertifikate und der Finanzanlagen vertraut. Sehr häufig sind Indizes Basiswerte für derivative Finanzprodukte wie Zertifikate. Anlass genug, sie einmal genauer anzuschauen. In unserer Index- Serie stellen wir Ihnen die wichtigsten Börsenbarometer der Welt vor. Nach dem AEX in der vergangenen Woche heute: der ATX.

Österreich hat seinen Besuchern einiges zu bieten. Die Alpen locken im Winter Skifahrer und im Sommer Wanderer auf ihre beeindruckenden Gipfel wie den Großglockner mit seinen 3.798 Metern. Wer seinen Urlaub hingegen lieber weniger sportlich verbringt, findet in der Mozartstadt Salzburg und der Donaumetropole Wien kulturelle und vor allem musikalische Highlights. Rund 30 Millionen Menschen haben im letzten Jahr Österreich besucht. Eine beeindruckende Zahl für ein Land, dessen Fläche kleiner ist als die des Bundeslandes Bayern.

Tourismus gehört daher auch zu den stärksten Wirtschaftszweigen der Alpenrepublik. Weitere Stützen sind der hoch entwickelte Bergbau und die Industrie, hier insbesondere der Maschinen- und Stahlbau, sowie die Chemiebranche. Als eines der ersten westeuropäischen Länder orientierte sich Österreich Mitte der Neunziger Jahre ostwärts. Noch lange bevor Nachbarstaaten wie Tschechien, Ungarn oder die Slowakei 2004 Mitglieder der Europäischen Union wurden, knüpfte Österreich bereits Handelsbeziehungen mit den ehemaligen Ostblockstaaten. Die Brückenposition zwischen Ost- und Westeuropa kurbelte die Wirtschaft in den Folgejahren bis heute kräftig an. Für die nächsten vier Jahre prognostiziert das österreichische Institut für Wirtschaftsforschung eine jährliche Zunahme des Bruttoinlandsproduktes um 2,5 Prozent.

Positiv zeigt sich auch die Entwicklung des Leitindexes der Wiener Börse, des Austrian Traded Indexes (ATX). Er notierte Ende 2002 noch bei knapp über 1000 Punkten, startete danach jedoch zu einer Kursrallye. Seinen letzten Höchststand erreichte er kurz vor Beginn der US-Immobilienkrise am 9. Juli dieses Jahres. Schlusstand an diesem doppelten Rekordtag waren 4994 Punkte, denn zudem wurde während dieses Handelstages erstmals die 5000 Punkte-Marke übertroffen.

Der Index umfasst 20 Unternehmen, die anhand der Marktkapitalisierung des Streubesitzes und des Börsenumsatzes ausgesucht werden. Auch für die Gewichtung der einzelnen Titel wird der Börsenwert der frei handelbaren Papiere als Kriterium angesetzt. Das Höchstgewicht für eine Aktiengesellschaft beträgt 20 Prozent, was im Vergleich mit anderen Länderindizes eine Recht hohe Barriere ist. Die Gewichtungen im ATX sind etwas ungleich verteilt. Die vier größten Unternehmen im Index halten zusammen mehr als 60 Prozent. Neben der Ersten Bank und der Raiffeisen International Bank Holding zählen der Ölkonzern OMV und der Stahlerzeuger Voestalpine dazu. Elf Indexmitglieder haben dafür jeweils nur einen Anteil von weniger als zwei Prozent.

Überprüft wird die Zusammensetzung regelmäßig im März und September. Bei den Anpassungen gibt es eine Sonderregelung: Bei jedem Termin dürfen maximal drei Aktien gestrichen werden, beziehungsweise in den Index aufrücken. Bei der Berechnung werden keine Dividenden berücksichtigt.

Die Datenbank des Zertifikate- Anlegers führt zurzeit 919 Derivate auf den ATX. Mit einem Klick auf die Tabelle oben gelangen Sie direkt zu einer Übersicht.