Die Lock-In-Anleihe von Barclays könnte einen ansehnlichen Zins bringen, könnte diesen Zins auf Jahre fest schreiben und könnte sogar eine Kapitalgarantie haben. Oder aber auch nicht. Ganz schön viele Unsicherheiten, für ein Produkt. Also: Haltet den Zins!

Immerhin eines ist an der „Lock-In Anleihe“ (WKN: BC2KB7) von Barclays Capital schnell und einfach erklärt: der Basiswert. Hier hat sich die britische Bank für einen Klassiker entschieden, den europäischen Leitindex DJ Euro Stoxx 50. Ganz unabhängig von diesem Basisindex garantiert das Papier nach einem Jahr Laufzeit eine Zinszahlung in Höhe von neun Prozent. Doch dann wird das „Wenn-Dann“-Zertifikat von Barclays kompliziert.

„Wenn-Dann“ Nummer 1: In den folgenden drei Jahren wird jeweils im Dezember auf den Stand des Euro Stoxx 50 geblickt. Wenn der Index mindestens auf der Hälfte seines Ausgangsstandes notiert, dann erhält der Anleger für das entsprechende Jahr wieder ein Zinszahlung  in Höhe von neun Prozent. Hier folgt gleich „Wenn-Dann“ Nummer 2: Schließt der Index unter dieser Marke, werden lediglich zwei Prozent ausbezahlt. Soviel lässt sich selbst mit dem ein oder anderen Sparbuch erzielen.

Besonders freuen dürften sich Anleger aber, wenn das weitere „Wenn-Dann“-Spiel beim namensgebenden „Lock-In“-Mechanismus zu ihren Gunsten ausgeht. Wenn es der Euro Stoxx 50 schaffen sollte, am zweiten oder dritten Beobachtungstag mindestens auf Höhe seines Startwertes zu liegen, dann wird in den folgenden Perioden immer der maximale Zins von neun Prozent gezahlt. Ganz gleich, welche Kapriolen der Basisindex auch in der Zwischenzeit durchlaufen sollte.

Doch was passiert eigentlich mit dem eingesetzten Kapital? Dessen Rückzahlung ist keinesfalls von Anfang an sicher. Vielmehr entscheidet hierüber - Sie ahnen es vielleicht bereits - eine „Wenn-Dann“-Konstruktion. Und die geht so: Wenn der Basiswert an Stichtag Nummer zwei oder drei mindestens seinen Startwert erreicht, wird nicht nur - wie oben beschrieben - der Lock-In-Mechanismus aktiviert, sondern auch die 100-prozentige Kapitalgarantie zum Laufzeitende.

Falls das nicht geschehen sollte, heißt es bei Fälligkeit noch einmal Zittern. Nur wenn der Euro Stoxx 50 nicht mehr als die Hälfte seines Startwertes eingebüßt hat, gibt es den vollen Nennwert zurück. Ansonsten orientiert sich die Rückzahlung an der tatsächlichen Indexentwicklung, so dass Kapitalverluste durchaus möglich sind.

Expertenliga-Teilnehmer Thomas Fleck kann sich jedenfalls freuen: Das nicht ganz einfach gestrickte Zertifikat aus seinem Portfolio hat ihm bisher ein Plus von 6,38 Prozent beschert.

Zwischenstand der Expertenliga



Britta Voß, 23.06.09 Dieser Artikel wurde 3338mal gelesen.