Kursausreißer mögen Korridor-Bonus-Zertifikate gar nicht. Wie gut für Expertenliga-Teilnehmer Christopher Maaß, dass der DAX gerade gemächlich seitwärts läuft.

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Schon einige Male hat der DAX in diesem Jahr an der 5.000-Punkte-Marke genagt – aber nachhaltig hinter sich lassen konnte er sie nicht. Abgesehen von einem kleinen Kursrutsch auf 3.700 Punkte Anfang März gab es auch kaum nennenswerte Ausreißer nach unten. Der deutsche Leitindex zeigt derzeit in diesen Grenzen eine Seitwärtsbewegung wie aus dem Lehrbuch.

In einer solchen Marktsituation können Korridor-Bonus-Zertifikate ihre Vorteile voll ausspielen. Christopher Maaß von Sal. Oppenheim kann sich also glücklich schätzen, dass er zu Begin des Jahres ein solches Produkt (WKN:

SFL9U6) für sein Expertenliga-Depot gewählt hat. Seit Jahresbeginn hat das Zertifikat seinen Wert um 20,25 Prozent steigern können.

Dieses Papier funktioniert nach dem folgenden Prinzip: Wenn der Basisindex während der Laufzeit weder die obere noch die untere Schwelle berührt, kann sich der Inhaber des Zertifikats über einen Bonus freuen. Pro Zertifikat würden 110 Euro zurückgezahlt werden, das sind zehn Prozent mehr als der ursprüngliche Kaufpreis des Papiers.

Derzeit würde sich ein Einstieg allerdings nur noch sehr bedingt lohnen: Der Schlusskurs des Zertifikats lag gestern bei 111,44 Euro und somit über dem maximalen Rückzahlungsbetrag. Einen Gewinn könnte also nur erzielen, wer auf eine weitere kurzfristige Kurssteigerung des Zertifikats setzt und rechtzeitig vor dem Laufzeitende wieder verkauft - und das ist bereits im Dezember.

Aber auch wenn die Restlaufzeit recht überschaubar ist und die Abstände zu beiden Barrieren komfortabel sind, gibt es natürlich dennoch ein Restrisiko. Wie schnell ein Puffer von 50 Prozent bei Krisenereignissen aufgebraucht sein kann, hat der DAX im vergangenen Jahr schließlich eindrucksvoll und für viele Anleger schmerzhaft gezeigt.

Sollte der deutsche Leitindex tatsächlich in den kommenden fünf Monaten unter 2.600 Punkte fallen, würde der Bonusmechanismus ausgeschaltet werden. Die Rückzahlung würde dann der Differenz aus dem Startwert und dem Schlusskurs am Bewertungstag entsprechen.

Anders herum wäre es zwar theoretisch denkbar, dass bei einer plötzlich einsetzenden Kursrallye die obere Barriere wackelt. Allerdings müsste der DAX schon deutlich zulegen, um die Marke von 7.200 Punkten zu erreichen. Sollte dieses Szenario eintreffen, würde sich das Zertifikat quasi in ein Short-Produkt verwandeln. Sal. Oppenheim bestimmt die Rückzahlung dann nach der folgenden Formel: der Schlusskurs des DAX wird vom doppelten Startwert, also 9.300 Punkten, abgezogen. Das bedeutet, dass der Anleger im weiteren Verlauf auf möglichst große Kursverluste des DAX hoffen müsste, um seine eigenen Verluste zu begrenzen



Britta Voß, 21.07.09 Dieser Artikel wurde 6181mal gelesen.