Viele Rohstoffindizes stellen Energieträger in den Mittelpunkt. Beim DJ-UBS Commodity Index ist das anders. Hier liegt das Hauptaugenmerk bei den Agrarrohstoffen. Birgit Steinberger von der Hypovereinsbank konnte mit einem Zertifikat auf diesen Index bisher in der Expertenliga punkten.

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Haben Sie in letzter Zeit mal einen Ausflug auf Land gemacht? Dann werden Sie sich vielleicht in einer großen Staubwolke wieder gefunden haben. Denn es ist Erntezeit und die Bauern holen in diesen Tagen gerade mit ihren Mähdreschern Getreidesorten wie Weizen und Gerste ein.    
Getreide und andere landwirtschaftliche Rohstoffe spielen auch beim „Open End Indexzertifikat auf den Dow Jones-UBSCommodity Index“ der HypoVereinsbank eine entscheidende Rolle.  Anders als beispielsweise beim GSCI, dem häufig als Basiswert für Zertifikate verwendeten  Rohstoffindex von Goldman Sachs, fällt der Anteil des Agrarsektors nämlich deutlich größer aus. Zusammen machen Grundstoffe wie Baumwolle und Mais, Lebendrind oder Zucker 36 Prozent des Dow Jones Marktbarometers aus.

Damit übertreffen die Erzeugnisse vom Feld und aus dem Stall anteilsmäßig sogar die Energieträger, die üblicher Weise in Rohstoffindizes dominieren. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits ist der Index nicht so stark abhängig vom Ölpreis, dessen Verlauf auch die Kursentwicklung der anderen Energierohstoffe maßgeblich mitbestimmt. Andererseits unterliegen aber auch die Preise der landwirtschaftlichen Produkte einigen unsicheren Einflussfaktoren. Dazu zählen das Wetter, Schädlinge oder Tierkrankheiten, aber auch politische Unsicherheiten in den Erzeugerländern.

Insgesamt befinden sich 19 Rohstoff-Futures in der Auswahl des DJ UBS Commodity Indexes. Neben den Agrar- und Energierohstoffen werden auch Edel- und Industriemetalle wie Gold oder Kupfer in die Berechnung mit einbezogen. Jedes Jahr im Juli überprüft Dow Jones die Zusammensetzung seines Marktbarometers, eventuelle Umstellungen werden allerdings erst im darauf folgenden Januar vorgenommen.

Seit Jahresbeginn hat der Index 5,3 Prozent zugelegt. Das dazugehörige Zertifikat (WKN: HV16F0), das HypoVereinsbank-Expertin Birgit Steinberger für ihr Depot ausgewählt hat, konnte sogar 7,5 Prozent hinzu gewinnen und notierte bei Redaktionsschluss bei einem Preis von 17,17 Euro. Allerdings zeigt ein Blick auf den Chart des Zertifikats, dass der Kursverlauf stark schwankt. Interessierte Anleger sollten also ein entsprechend starkes Nervenkostüm mitbringen. Außerdem sollten sie noch die jährliche Verwaltungsgebühr in Höhe von einem Prozent beachten und das Fehlen einer Quantosicherung. Da der Basisindex in US-Dollar notiert, das Zertifikat aber in Euro, haben Währungsschwankungen Einfluss auf den Kurs des Papiers.



Britta Voß, 18.08.09 Dieser Artikel wurde 6450mal gelesen.