Wer vor zehn Monaten auf Autobauer gesetzt hat, hatte Mut. Und einen richtigen Riecher: Titel wie BMW oder Daimler haben wieder kräftig zugelegt. Auch Oliver Gerst von der LBBW bewies den richtigen Riecher und hat für die Expertenliga ein Zertifikat auf Daimler ausgewählt.

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© Daimler AG

Zu Beginn des Jahres standen Autotitel alles andere als hoch in der Gunst der Anleger. Kaum verwunderlich: Im Zuge der Finanzkrise brachen die Absatzzahlen der Branche weltweit deutlich ein. Viele Verbraucher waren verunsichert und schoben die Anschaffung eines neuen Autos auf oder griffen stattdessen zu einem Gebrauchtwagen.

Zudem belastete der schwache US-Dollar zusätzlich den Export. Die Konzerne begegneten der schlechten Stimmung mit Sparmaßnahmen, schickten ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit oder verlängerte Werksferien.

Die angespannte Lage schlug sich natürlich auch deutlich in den Aktienkurse der Autobauer und ihrer Zuliefererindustrie nieder. So verlor beispielsweise BMW im Jahr 2008 die Hälfte seines Wertes. Die Continental AG, die neben Reifen auch elektronische Systeme für Autos zuliefert, büßte 65 Prozent ein.

Nicht anders erging es Daimler. Zwar konnte die Stuttgarter Autoschmiede 2008 fast genauso viele Wagen verkaufen wie im Jahr zuvor. Grund zur Freude gab es bei der Bekanntgabe der Bilanz trotzdem nicht. Der operative Gewinn war empfindlich gesunken, von 8,7 auf 2,7 Milliarden Euro. So blieb dem Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche nicht viel übrig, als einen Sparkurs auszurufen. Der Neubau der Konzernzentrale sollte verschoben werden, Lohnerhöhungen sollten ausgesetzt werden, auch auf der Führungsebene.

Im Verlauf des Jahres zeigte sich, dass diese Strategie richtig war. Durch die staatliche Abwrackprämie erhielt Daimler nur wenig Rückenwind, da die Käufer eher zu günstigen Kleinwagen griffen. Die Absatzsituation von Bussen und Lastwagen verschlechterte sich noch weiter, so dass zwischenzeitlich mehr als 40 Prozent aller Angestellten in Kurzarbeit beschäftigt waren. Obwohl der Konzern nach zwei Quartalen weiterhin tiefrote Zahlen verkündete, sprach Zetsche davon, dass sich eine Trendwende abzeichne.

Die Daimler-Aktie hatte den Wendepunkt bereits im März erreicht. Seitdem hat sich der Kurs des Papier verdoppelt. Erfreulich für Oliver Gerst von der Landesbank Baden-Württemberg. Der hatte am Jahresanfang ein Papier auf den Basiswert Daimler für sein Depot in der Expertenliga gewählt. Und dieser Mut hat sich gelohnt: Das Discountzertifikat mit der Wertpapierkennnummer LBW1E3 hat seit Jahresbeginn 24,55 Prozent zugelegt.

Jetzt noch in das Papier einzusteigen lohnt sich allerdings nicht. Es notiert bereits kurz unterhalb seine Gewinnbegrenzung. Im Idealfall würde der Gewinn 13 Cent pro Zertifikat beantragen.



Britta Voß, 13.10.09 Dieser Artikel wurde 5456mal gelesen.