Wer statt auf die Blue Chips zu Jahresbeginn auf die Nebenwerte des MDAX gesetzt hatte, kann tatsächlich auf eine äußerst erfreuliche Entwicklung blicken.

„Windowdressing“ nennen es die Fachleute, wenn die Manager von Aktienfonds kurz vor dem Bewertungsstichtag am Jahresende ihrem Portfolio die Gewinner-Aktien des Jahres hinzufügen oder deren Anteil vergrößern. So soll der oberflächliche Eindruck erweckt werden, sie hätten in der Vergangenheit das richtige Gespür gehabt. Wer statt auf die Blue Chips zu Jahresbeginn auf die Nebenwerte des MDAX gesetzt hatte, kann tatsächlich auf eine äußerst erfreuliche Entwicklung blicken. Der Index hat im Jahr 2010 um mehr als 31 Prozent zugelegt und notiert inzwischen mit 10.066 Punkten im fünfstelligen Bereich.

Im MDAX sind Titel gelistet, die nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz unmittelbar auf die DAX-Werte folgen. Viele Unternehmen aus der zweiten Reihe sind stark spezialisiert und agieren in Nischenmärkten, nicht selten als Marktführer. Allein im Dezember verzeichneten die Hälfte der im Index vertretenen Aktien ein zweistelliges Kursplus, nur vier der 50 Aktien notierten mit Abschlägen (zur Übersicht hier klicken). Die weitere Entwicklung wird auch davon abhängen, wie es mit dem Export weitergeht. Ein schwacher Euro spielt exportstarken Unternehmen in die Hände, eine schwache weltwirtschaftliche Entwicklung würde hingegen die Euphorie auch bei den Nebenwerten bremsen.



es, 29.12.10 Dieser Artikel wurde 1050410mal gelesen.