Rohstoffkurse müssen derzeit hohe Abschläge in Kauf nehmen. Insbesondere Silber hat in den letzten Tagen stark an Wert verloren. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.

War‘s das nun mit dem Höhenflug beim Silber? Nachdem der Kurs für das Edelmetall ähnlich wie der Goldkurs innerhalb der letzten sechs Monate um gut 167 Prozent zugelegt und in der letzten Aprilwoche an einem neuen Allzeithoch gekratzt hatte, ist er in den vergangenen Tagen jäh eingebrochen.

Im Verlauf des 28. Aprils markierte Silber noch einen Tageshöchstkurs von 49,55 US-Dollar und notierte somit nur noch gut anderthalb Prozent unter dem absoluten Höchststand von 50,35 US-Dollar vom 18. Januar 1980. Danach ging es für die Silbernotierungen jedoch rapide bergab. Binnen einer Woche gab der Kurs um fast 29 Prozent auf etwa 35 US-Dollar nach und verzeichnete damit den größten Wochenverlust seit fast 36 Jahren. Eine derart turbulente Woche hatte der Silberpreis zuletzt 1975 erlebt.

Wie so oft gibt es nicht nur einen entscheidenden Grund für die negative Entwicklung. Vielmehr machen Beobachter ein Bündel von Faktoren aus, die den Kurs zum Einstürzen brachten.

So hat unter anderem die New Yorker Warenterminbörse Comex die Hinterlegungspflichten für Warentermingeschäfte mit Silber erhöht. Anfang Mai wurde die Sicherheitsleistung auf einen Terminkontrakt mit einem Volumen von 5.000 Feinunzen von 12.000 auf 16.000 US-Dollar erhöht. Der Handel mit Terminkontrakten auf Silber wurde zwischen dem 26. April und dem 10. Mai in insgesamt fünf Einzelschritten um 84 Prozent verteuert.

Das hatte wiederum zur Folge, dass die Marktteilnehmer mit dem gleichen Geldeinsatz wie zuvor nur noch geringere Volumina handeln konnten. Aufgrund der Teuerung sind zahlreiche Positionen aufgelöst worden.

Ein weiterer Grund für den Wertverlust beim Silber wird in der Tatsache gesehen, dass der bekannte Investor George Soros seine Silbervorräte massiv reduziert hat. Nachrichten dieser Art ziehen bekanntermaßen Nachahmer mit sich, die ihre Bestände ebenfalls auflösen, wodurch sich letztlich eine Abwärtsspirale entwickelt.


Nicht zuletzt kann der Kurseinbruch auch lediglich eine markttechnische Gegenbewegung sein. Zu dieser Überlegung kommt die Société Générale in einer ihrer jüngst veröffentlichten Analysen. Die Analysten von Macquarie sehen hingegen in den starken Kursverlusten vornehmlich das Resultat einer Panikreaktion, die den Ausverkauf von Silber nach sich zog. Aus fundamentaler
Sicht gäbe es keine Veränderungen, die eine derartige Marktreaktion nahe legten.


Laut aktiencheck.de haben die Spekulanten unter den Finanzmarktteilnehmern ihre Netto-Longpositionen auf Silber auf den niedrigsten Stand seit Februar 2010 reduziert. Demnach seien die jüngsten Preisrückgänge tendenziell auf das Handeln kurzfristiger Investoren zurückzuführen.


Während die Terminkontrakte auf Rohstoffe wie Silber und auch Gold reduziert werden, steigt laut US-Münzanstalt die Nachfrage nach physischem Gold. Demzufolge hätten im Mai bisher mehr Münzen verkauft werden können als in jedem anderen Monat dieses Jahres. Ebenfalls gefragt sei der südafrikanische Krügerrand. Er verzeichne die besten Verkaufszahlen der vergangenen zehn Monate.


Zertifikate auf Silber werden von zahlreichen Emittenten für unterschiedliche Markterwatungen angeboten. Neben dem Artikel finden Sie eine Übersicht über interessante Produkte mit einer Laufzeit von 400 bis 600 Tagen. Neben dem Kursrisiko trägt der Anleger wie bei allen Zertifikaten auch das Emittentenrisiko. Außerdem könnten Wechselkursänderungen die Rendite beeinflussen, wenn die Zertifikate nicht über eine entsprechende Sicherung verfügen.



jo, 17.05.11 Dieser Artikel wurde 18202mal gelesen.