Wer auf ein Outperformance-Zertifikat setzt, bei dem der aktuelle Kurs der zugrunde liegenden Aktie oberhalb des Basispreises notiert, riskiert, dass bei Kursverlusten der Hebel auch in negative Richtung wirkt. Dieter Berners von der LBBW hat es für die Expertenliga trotzdem getan - und bisher Erfolg gehabt.

Outperformance-Zertifikate versprechen eine überdurchschnittliche Partizipation an Kursgewinnen des Basiswertes verglichen mit dem Direktinvestment. Anleger verzichtet auf Dividendenerlöse beim Basiswert. Im Gegenzug kann ihnen die Bank durch entsprechende Optionsgeschäfte bei Fälligkeit die überproportionale Teilhabe an Wertsteigerungen der Aktie einräumen.
Maßgeblich ist der bei Emission festgelegte Basispreis. In der Regel ist das der zum Emissionszeitpunkt gültige Kurs des Basiswertes. Auf Wertsteigerungen im Vergleich zum Basispreis wird die Überpartizipation angerechnet.
Wer ein laufendes Outperformance-Zertifikat erwirbt, bei dem der aktuelle Kurs des Basiswertes oberhalb dieses Basispreises notiert, nimmt damit das Risiko in Kauf, dass bei Kursrückgängen bis zum Ausgangspunkt die Verluste beim Zertifikat höher sind als beim Basiswert selbst - der Hebel gilt eben auch in die andere Richtung, wenn das Zertifikat im Plus notiert.
Aus diesem Grund beschreibt Dieter Berners von der LBBW das Protect-Outperformance-Plus-Zertifikat auf BASF (LBW1FP), das er für die Expertenliga ausgewählt hat, auch als „sehr offensiv“: Zum Zeitpunkt der Auswahl notierte die Aktie von BASF bereits weit oberhalb des Basispreises von 22,55 Euro, den die Bank bei Emission im November 2008 festgelegt hatte. Aktuell kostet die Aktie rund 62 Euro.
Die Partizipationsrate des Zertifikats beträgt 150 Prozent. Bisher ist Berners Rechnung aufgegangen: Seit Start der Expertenliga hat der Kurs der BASF-Aktie weiter zugelegt. Das Zertifikat notiert - überproportional zum Aktienkursgewinn - mit fast zwölf Prozent im Plus und rangiert damit derzeit unter allen ausgewählten Produkten auf Platz vier.
Mit einem starken Quartalsergebnis im ersten Quartal 2011 hatte BASF die Erwartungen von Analysten übertroffen. Der Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Der positive Ausblick für das Gesamtjahr wurde vom Vorstand zuletzt bestätigt (s. ZertifikateAnleger 10, 2011). Gestern gab der Chemie-Konzern bekannt, seine Aktivitäten im Bereich Elektromobilität auszuweiten und in das Geschäft mit Elektrolyten einzusteigen.


es, 01.06.11 Dieser Artikel wurde 81595mal gelesen.