Die Absicherung eines Zertifikats gegen Schwankungen beim Wechselkurs erreichen die Banken mit Hilfe einer internen Konstruktion. Dieser Service hat seinen Preis, und dieser wird von einer Reihe von Parametern beeinflusst. Ein wesentlicher Faktor ist beispielsweise die Zinsdifferenz zwischen dem Euroraum und dem Land der jeweiligen Fremdwährung, also etwa den USA. Diese Zinsdifferenz schwankt, somit sind auch die Kosten für die Währungssicherung variabel. Sie können auch negativ sein, dann sind zusätzliche Erträge möglich, wenn das Zinsgefälle günstig ist.

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© Kurt F. Domnik / pixelio.de

Weitere Einflussfaktoren auf die Kosten für die Währungssicherung sind die Höhe möglicher Dividenden (bei Aktien als Basiswert) und die Volatilitäten von Basiswert und Wechselkurs. Und auch die Korrelation zwischen Basiswert und Währung spielt eine wichtige Rolle. Dahinter steckt die Frage, inwieweit beide auf äußere Faktoren in derselben Weise reagieren. Hierzu ein Beispiel: Wenn Anleger aus Angst vor einer Rezession in den USA aus dem US-Dollar fliehen, dann wird möglicherweise nicht nur der Euro als Ersatzanlage attraktiv. Auch Goldinvestments werden dann als sicherer Hort angesehen. Je stärker die Entwicklungen von Währung und Basiswert aber korrelieren, desto teurer ist prinzipiell die Absicherung.

Der Schutz gegen Schwankungen beim Wechselkurs wird vom Emittenten in der Regel täglich neu eingegangen, um den Einfluss auf den Kurswert des Zertifikates gering zu halten. Die Kosten hierfür ziehen die Banken meist direkt vom Wert des Zertifikates ab.

Einen expliziten Ausweis der Kosten bieten einige Emittenten auf ihrer Homepage an, beispielsweise die Royal Bank of Scotland. Bei ihrem Trackerzertifikat auf Gold mit der Wertpapierkennnummer A0AB84 etwa belief sich die Absicherungebühr bei Redaktionsschluss auf 1,02 Prozent.

 

Lesen Sie hierzu auch unser Titelthema "Vorsicht, Wechselkurs!".



Eike Schäfer, 14.06.11 Dieser Artikel wurde 6421mal gelesen.