Wer Zertifikate auf den F.A.Z.-Index kauft, setzt breit gestreut auf Unternehmen aus Deutschland. Der von der Tageszeitung 1961 eingeführte Index umfasst derzeit 100 Unternehmen aus zwölf Branchen.

Wie verschafft man Interessierten einen schnellen Überblick über die Stimmung an der Börse? Na klar, mit dem Blick auf einen aussagekräftigen Börsenindex. So ist es vielleicht alles andere als überraschend, dass einige der bekannten Börsenbarometer ihren Ursprung in den Köpfen von Finanzredakteuren haben. Der Dow Jones Industrial Average ist vielleicht das bekannteste Beispiel. Er wurde 1896 erstmals von den Gründern des Wallstreet Journals in selbigem veröffentlicht, um die Entwicklung des US-Aktienmarktes zu messen.

Nicht ganz so lang, aber dennoch bereits traditionsreich ist auch die Geschichte des Börsenindex aus dem Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das Flagschiff für Seriosität unter den überregionalen deutschen Tageszeitungen veröffentlichte vor 50 Jahren erstmals einen Aktienindex für den deutschen Aktienmarkt, den F.A.Z.-Index. In seinem Verlauf spiegelt sich die Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland wider.

Der Index besteht aus 100 Aktien deutscher Unternehmen, die sich auf zwölf Branchen verteilen. Damit ist er deutlich breiter aufgestellt als der DAX, der von der Deutschen Börse AG berechnet wird. Seit seiner Erstberechnung im Jahr 1961 habe sich an der Struktur des F.A.Z.-Index nichts geändert, sagt Nicolai Tietze von der Deutschen Bank X-markets. Er bilde mehr als 80 Prozent der Marktkapitalisierung des deutschen Aktienmarktes ab.

Die Gewichtung im Index erfolgt nach Marktkapitalisierung, wobei das Maximalgewicht einer Aktie auf zehn Prozent beschränkt ist. Der F.A.Z.-Index ist ein Kursindex, er bildet also auch die bei Dividendenzahlungen üblichen Kursabschläge ab. Der Index wird seit dem 1. Juni von der Structured Solutions AG sekündlich berechnet. Damit steht er den Banken als Basiswert für Finanzprodukte zur Verfügung.

Deutsche Bank und HypoVereinsbank haben bereits je ein Indexzertifikat auf den F.A.Z.-Index emittiert (DE1FAZ und HV3FAZ). Während die Deutsche Bank darüber hinaus eine Reihe von Hebelpapieren auf denselben Basiswert anbietet, hat die HVB weitere open end-Indexzertifikate auf Subindizes des F.A.Z.-Index im Angebot. Wer gezielt in eine Branche investieren möchte, könne auf diese Indizes setzen, sagt HVB-Experte Dominik Auricht.



es, 15.06.11 Dieser Artikel wurde 96366mal gelesen.