Diese Woche hat an der Börse alles andere als gut begonnen: Nachdem der DAX gestern mehr als zwei Prozent im Minus schloss, hat sich die Flucht der Anleger aus den Aktien heute fortgesetzt. Die Bilanz für das erste Halbjahr 2011 kann sich trotz des Auf- und Ab sehen lassen: Neun Aktien der 30 deutschen BlueChips legten zweistellig zu.

An der Deutschen Börse bekommt man derzeit trotz der Sommerferien einiges geboten - zumindest, was den Kursverlauf des deutschen Leitindex DAX angeht. Am vergangenen Freitag sah es erst so aus, als könnten die Händler noch gut gelaunt ins Wochenende gehen. Der DAX war zwischenzeitlich über die Marke von 7500 Punkten geklettert. Als aber die US-Arbeitsmarktstatistik veröffentlicht wurde, drehte das Börsenbarometer ins Minus.

Diese Talfahrt setzte sich dann gestern und auch heute massiv fort. Nachdem der Index heute Morgen der Marke von 7000 Punkten bedenklich näher kam, beruhigte sich die Lage im Tagesverlauf etwas. Bei Redaktionsschluss notierte der DAX bei 7171 Punkten, eine Verschlechterung gegenüber dem Schlusskurs vom Montag um 0,82 Prozent.

Die Schuldenkrise in Griechenland, die Diskussion um die Finanzen in Italien und anderen Euro-Ländern, dazu ein massives Haushaltsdefizit auch in den USA - all dies hält den Aktienmarkt derzeit fest im Griff. Die Politik - weder in Europa noch in den USA - liefert derzeit Perspektiven, auf die Investoren setzen mögen.

Vielleicht folgen positiven Impulse, wenn sich auch in Deutschland die Konzerne wieder in die Bücher schauen lassen. Bezogen auf das erste Halbjahr 2011 sieht die Entwicklung der größten Deutschen Aktienwerte gar nicht schlecht aus. Von den 30 DAX-Aktien liegen 21 zum 30.06.2011 im Plus. Neun Aktien legten sogar zweistellig zu, an der Spitze das Papier des Pharmakonzerns Merck mit einem Plus von 24,4 Prozent. Dahinter folgen Fresenius Medical Care und Fresenius SE, ThyssenKrupp und BMW.

Größte Verlierer im Halbjahresvergleich sind die Aktien der Commerzbank (-47,3%), RWE und Metro (je -24,1%). Insgesamt steht für den deutschen Leitindex ein Plus von 5,5 Prozent für die erste Jahreshälfte zu Buche. Der EuroStoxx 50 mit den größten Aktien Europas brachte es dagegen nur auf eine geringe Steigerung um 0,8 Prozent. Von den deutschen Nebenwerte-Indizes konnte der MDAX mit einer Kurssteigerung von 7,3 Prozent den DAX schlagen.

Aufgrund der derzeit großen Schwankungsintensität der Aktien sind die Konditionen bei Zertifikaten vergleichsweise günstig. Ein Capped-Bonuszertifikat der DZ Bank auf den DAX (DZ4ZLH) bietet aktuell beispielsweise eine Seitwärtsrendite von knapp 30 Prozent. Der Abstand zur Barriere beträgt 10,9 Prozent. Der DAX dürfte während der Restlaufzeit des Zertifikats bis Ende September 2012 maximal um diesen Wert im Vergleich zum aktuellen Stand einbrechen, damit Besitzer dieses Produktes in Genuss des Bonus kommen. Angesichts der weiter angespannten Lage auf den weltweiten Finanzmärkten sollten sich Interessierte aber überlegen, ob ihnen dieser Sicherheetspuffer für die kommenden Monate ausreicht. In der Tabelle unten finden Sie weitere Produkte für unterschiedliche Markterwartungen und eine Restlaufzeit von 400 bis 600 Tagen. Die Auswahlen wurden nach den Vorgaben automatisch aus unserer Datenbank erstellt, wobei nur Anlagezertifikate berücksichtigt wurden. Letzteres gilt auch für die ausgewählten Derivate auf die Aktie von Merck.

Wer für diesen Basiswert mit einer Seitwärtsbewegung in den kommenden Monaten rechnet, könnte etwa mit dem Capped-Reverse-Bonuszertifikat von BNP Paribas (BN8SV7) eine Rendite von rund 58 Prozent erzielen - vorausgesetzt, die Rechnung geht auf und der vergleichsweise knappe Puffer von heute rund acht Prozent hält bis zur Fälligkeit.

Top-Performer im DAX
Aktie Entwicklung
01.01.- 30.06.2011
1. Merck KgaAMerck KgaA +24,4%
2. Fresenius Med. C. +19,8%
3. Fresenius SE +15,6%
4. ThyssenKrupp +14,4%
5. BMW St. +12,0%
6. Adidas +11,8%
7. BASF +11,8%
*Januar 2011, Quelle: ARIVA.DE


es, 13.07.11 Dieser Artikel wurde 17491mal gelesen.