Die weltweit steigende Nachfrage nach Wasser und dessen ungleiche Verteilung können sich zu einer ernsthaften Krise ausweiten. Das geht aus dem vierten UNESCO-Weltwasserbericht hervor, der auf dem Weltwasserforum in Marseille vorgestellt wurde. Das Thema Wasserversorgung wird auch von zahlreichen Zertifikaten abgedeckt. Deren Entwicklung war zuletzt durchaus positiv.

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© Martin Jäger / pixelio.de

Wer vor einem Jahr in Zertifikate zum Thema Wasserversorgung investiert hat, hat möglicherweise eine gute Wahl getroffen. Kursentwicklungen zwischen knapp zwei und 18 Prozent weisen die 17 Zertifikate verschiedener Anbieter auf, deren Daten wir anlässlich des Weltwasserforums in Marseille vergangene Woche abgerufen haben. Sie haben damit in diesem Zeitraum besser angeschnitten als der Deutsche Leitindex DAX, für den für diesen Zeitraum ein Minus zu Buche steht.

Aktien von Unternehmen, die im Bereich Wasserversorgung und Wasseraufbereitung tätig sind, werden in unterschiedlichen Indizes und Aktienkörben zusammengefasst. Ein Dutzend Banken bietet Zertifikate zum Thema an, einige open end-Produkte laufen bereits seit sieben Jahren. Zu kaufen gibt es Index- beziehungsweise Basketzertifikate ebenso wie Garantieprodukte und ein Alphazertifikat.

Was macht Trinkwasser zum Problem? Die ungleiche Verteilung und die steigende Nachfrage. Bevölkerungswachstum und neue Konsummuster lassen laut Experten den Wasserverbrauch ansteigen, während gleichzeitig Klimawandel, Verschmutzung und Übernutzung den Mangel an sauberem Trinkwasser in vielen Regionen verschärfen würden. Zudem konkurrierten Landwirtschaft, Industrie und Energieversorger stärker um die Ressource Wasser. Der neue Weltwasserbericht fordert dringend eine bessere internationale Zusammenarbeit.

Auch in manchen westlichen Industriestaaten scheinen Investitionen dringend geboten, um Wasserverschwendung zu vermeiden. Laut einer Studie von TU Dresden und Deutscher Bank Research beträgt der jährliche Investitionsbedarf in der globalen Wasserwirtschaft etwa 400 bis 500 Milliarden Euro pro Jahr.

Bereits vor zwei Jahren hatten wir die Kursentwicklung der Themenzertifikate einmal auf die Probe gestellt (zum Artikel hier klicken). Das jetzt ermittelte Plus für die vergangenen zwölf Monate bedeutet keineswegs, dass die Zertifikate über ihre gesamte Laufzeit hinweg bislang ein lohnendes Investment waren.

Die Zertifikate unterscheiden sich im Basiswert, bei der Anpassung, der Dividendenanrechnung, den Gebühren, der Währungssicherung und nicht zuletzt auch in der Partizipationsrate oder der Höhe der Kapitalgarantie zum Teil erheblich. Wer an einer Beimischung in seinem Depot interessiert ist, sollte sich die Konzepte genau anschauen.



Eike Schäfer, 20.03.12 Dieser Artikel wurde 40378mal gelesen.