Seit Anfang des Jahres beobachten wir Portfolios, die Bankmitarbeiter aus je drei Anlagezertifikaten zusammengestellt haben. Zwischenfazit: Nach einem turbulenten Börsenhalbjahr liegt die Hälfte der Produkte im Plus. Eine US-Aktie sorgt für den bisher größten Wertzuwachs.

Auf dem Tiefstand einsteigen und dann an Kurssteigerungen partizipieren - darauf hoffen Aktionäre. Schaut man auf den jüngsten Kursverlauf der Amazon-Aktie, dann wäre ein Kauf zu Jahresbeginn 2012 eine gute Wahl gewesen: In Euro verteuerte sich das Papier des US-Onlinehändlers seither um mehr als 33 Prozent auf aktuell 182,60 Euro.

Mit einer aggressiven Wachstumsstrategie strebt Amazon nach höheren Marktanteilen. Der Ausbau der Logistikzentren, der Verkauf des Lesegerätes Kindle zu Tiefstpreisen, aber auch die Entwicklung innovativer Angebote kosten den Konzern Geld - und schmälern den Gewinn.

So steigerte Amazon im ersten Quartal 2012 zwar seinen Umsatz verglichen mit dem Vorjahresquartal um 34 Prozent auf 13,2 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig aber schrumpfte der Jahresüberschuss um 35 Prozent. Immerhin konnte Amazon überhaupt einen Gewinn (130 Millionen US-Dollar) verbuchen. Im Vorfeld hatte der Konzern auch einen Verlust für möglich gehalten.

Amazon ist längst mehr als nur ein Internetwarenhaus. Das Unternehmen tritt auch als Anbieter digitaler Inhalte auf und bietet Kunden beim Cloud-Computing IT-Infrastrukturen an. „Die bahnbrechensden Innovationen sind oft diejenigen, die es Anderen erst ermöglichen, ihre Ideen umzusetzen“, schrieb Amazons Gründer und Konzernchef Jeff Bezos an die Aktionäre. Genau dieses Ziel verfolge Amazon - etwa mit seinem Cloudangebot AWS, mit Logistikdiensten oder dem Kindle Direct Publishing, einer Möglichkeit für Autoren, Werke über den Kindle-Store zu veröffentlichen.

Viele Analysten bewerten die Aktie weiter positiv. Heiko Geiger von Vontobel hatte für die Expertenliga ein Capped-Bonuszertifikat (VT3GXQ) auf Amazon ausgewählt, das Ende Dezember fällig wird. Wenn der Kurs der Amazon-Aktie zwischen dem 23. November und dem Ende der Laufzeit die Barriere von 138,50 US-Dollar nicht berührt oder unterschreitet, erhält der Zertifikatebesitzer eine Rückzahlung von 250 US-Dollar. Beim aktuellen Kurs beträgt der Puffer knapp 40 Prozent.

Dieses Zertifikat ist derzeit das führende in der Expertenliga. Bei den Portfolios hat LBBW-Experte Torsten Bischoff knapp die Führung übernommen.



es, 10.07.12 Dieser Artikel wurde 3491mal gelesen.