Es ist nur ein einfaches Indexzertifikat, das HVB-Experte Dominik Auricht für die Expertenliga ausgewählt hat. Doch der Basiswert hat es in sich: Beim LevDAX wird die tägliche DAX-Entwicklung gehebelt. Was sich bei DAX-Gewinnen gut macht, kann bei Kursverlusten schnell heikel werden.

Überraschend positiv verlief das dritte Quartal dieses Jahres für viele deutsche Aktien. Überraschend deswegen, weil Ökonomen die Aussichten für die Weltwirtschaft zuletzt weitaus weniger optimistisch beurteilten als noch Anfang dieses Jahres. Die Schuldenkrise in Europa sowie die schwierige Lage der US-Wirtschaft bremsen laut Internationalem Währungsfonds das Wachstum auch in wichtigen Schwellenländern wie China. Dass der deutsche Aktienindex DAX seit Juni dennoch um rund 1300 Punkte zugelegt hat und Ende September sein vorläufiges Jahreshoch erreichte, dürfte vor allem an vertrauensbildenden Maßnahmen gelegen haben, an den Hilfszusagen der EZB für krisengeplagte Euro- änder etwa oder an der ESM-Entscheidung in Deutschland.
 
Mit dem starken Anstieg des DAX ist - zumindest bislang - eine Spekulation von Dominik Auricht aufgegangen. Der Experte für Anlage- und Hebelprodukte bei der HypoVereinsbank onemarkets hatte zu Beginn dieses Jahres für die Expertenliga ein Indexzertifikat vorgeschlagen (HV5JN5), mit dem sich auf einen klaren Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt setzen lässt.
 
Basiswert ist ein Index aus der LevDAX-Familie der Deutschen Börse. „Lev“ steht für den englischen Begriff „Leverage“, also für Hebel. Der zugrunde liegende Index reflektiert mit dem Faktor zwei die Veränderungen beim DAX, und zwar sowohl die positiven als auch die negativen.Täglich wird dem Index die zweifache Kursentwicklung des DAX bezogen auf den Schlussstand des Vortages angerechnet, reduziert lediglich um eine Gebühr zur Finanzierung des Hebels. Um einen Totalverlust von heute auf morgen zu vermeiden, ist beim LevDax zudem eine außerordentliche Anpassung vorgesehen, sollte der DAX mehr als einen bestimmten Prozentsatz innerhalb eines Tages verlieren.
 
Der in beide Richtungen wirkende Hebel und die tägliche Neujustierung sorgen beim LevDAX für einen viel extremeren Kursverlauf verglichen mit dem DAX. Das vorgestellte Indexzertifikat ist daher für Anleger geeignet, die einen Aufwärtstrend erwarten und kurzfristig das höhere Risiko einzugehen bereit sind. Seit Beginn der Expertenliga hat der LevDAX mit Hebel zwei um 18,4 Prozent zugelegt, der DAX hingegen nur um 9,7 Prozent.


Eike Schäfer, 16.10.12 Dieser Artikel wurde 101294mal gelesen.