Ist die Aktie der Deutschen Telekom unattraktiv oder langweilig? Finden wir überhaupt nicht. Denn die T-Aktie ist aus unserer Sicht ein spannender Basiswert für Zertifikate-Strategien. So kann man mit der T-Aktie attraktive Seitwärtsrenditen erzielen.


Die Telekom-Branche unterliegt zweifelsohne einem beinharten Wettbewerb. Die Konkurrenz ist groß, der Margendruck immens, Umsätze fallen nicht vom Himmel. Einst machten Telekomkonzerne ihren Reibach mit dem Verkauf von Gesprächsminuten. Doch die Liberalisierung des Marktes ließ die Preise purzeln, die Gewinne der Unternehmen sanken, Flat Rates sind heutzutage Usus. Keine Frage: Die Branche steht mitten in einem gewaltigen Umbruch. Innovationswille ist gefragt. Und auch Investitionsmut. Beispielsweise in schnellere Funknetze. Oder in lukrative Zusatzleistungen. So überträgt die Deutsche Telekom schon seit Jahren über ihr Breitbandnetz alle Spiele der Fußball-Bundesliga.

Weniger Dividende

Der Breitbandbedarf wird sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz weiter steigen. Daher wird die Deutsche Telekom in den kommenden drei Jahren ihre Investitionen in breitbandige Netze und Produkte deutlich erhöhen, um ihre Wettbewerbsposition langfristig zu verbessern. Mit diesen Investitionsplänen bleibe die Telekom nachhaltig grundsolide, wurde Finanzvorstand Timotheus Höttges per Pressemitteilung zitiert. Der rosa Riese aus Bonn demonstriert ohne Zweifel Investitionsmut.

Dafür aber wird man die Dividende stärker als erwartet kürzen. Für 2013 und 2014 soll nur noch eine Dividende von 50 Cent pro Aktie ausgeschüttet werden - für 2012 sollen die Aktionäre noch 70 Cent erhalten. Apropos Timotheus Höttges. Er soll ab 2014 die Geschicke beim ehemaligen Staatskonzern leiten. Noch-Vorstandschef René Obermann teilte kurz vor Weihnachten mit, dass er Ende 2013 zurücktreten werde. Allerdings ist davon auszugehen, dass Höttges die bisherige Strategie weiterverfolgen wird.

Deutsche Telekom (Jahreschart): Markante Unterstützung in der Region um rund 7,70 Euro!

Fehlbetrag in 2012

Am vergangenen Donnerstag brachte die Deutsche Telekom Zahlen. Der Konzernumsatz blieb in 2012 mit 58,2 Mrd. Euro nahezu stabil - im Gegensatz zu vielen europäischen Wettbewerbern. Der Free Cashflow übertraf mit 6,2 Mrd. Euro immerhin den vom Unternehmen erwarteten Wert von rund sechs Mrd. Euro. Allerdings stand unter dem Strich ein dickes Minus von 5,3 Mrd. Euro. Dieser Fehlbetrag geht nach Auskunft des Unternehmens praktisch ausschließlich auf die seit dem dritten Quartal 2012 bekannte Wertminderung in den USA von netto 7,4 Mrd. Euro zurück.

Dieser rein buchhalterische und nicht zahlungswirksame Effekt sei eine Folge des geplanten Zusammenschlusses von T-Mobile USA mit dem Wettbewerber MetroPCS. Die geltenden Rechnungslegungsstandards hätten zwingend zu dieser Wertminderung geführt.

Kein Schnäppchen

Der ob der vermaledeiten Italien-Wahl ohnehin etwas empfindliche Aktienmarkt ließ diese Begründung aber nicht gelten und schickte die T-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen gen Süden. Nach unserer Einschätzung sehen die jüngsten Zahlen ob des eben erwähnten Sondereffektes schlimmer aus als sie in Wirklichkeit sind. Nun aber notiert der deutsche Telekom-Titel in der Region von acht Euro - das Allzeittief wurde im Juni des vergangenen Jahres bei 7,69 Euro markiert. Mit einem für 2014 geschätzten Gewinnvielfachen von 11,1 scheint die T-Aktie kein Schnäppchen, so dass sich das Kurspotenzial in Grenzen halten dürfte. Was nicht für die Aktie spricht. Aber wie eingangs erwähnt: Mit Zertifikaten kann man mit der T-Aktie attraktive Seitwärtstrenditen in relativer kurzer Zeit ergattern.

Deutsche Telekom (5-Jahres-Chart): Breite Seitwärtstendenz!

56 Prozent p.a. sind drin!

Das Bonus Cap Zertifikat mit der WKN VT5U4K könnte beispielsweise für risikobereite Anleger interessant sein. Dieses ist mit einer Barriere bei 6,97 Euro und einer Laufzeit bis zum 21. Juni 2013 ausgestattet. Dies bedeutet: Kann sich die T-Aktie bis einschließlich 21. Juni 2013 zu jeder Zeit über der Barriere von 6,97 Euro behaupten, kann man eine Bonus-Rendite von 19 Prozent beziehungsweise 57 Prozent p.a. erzielen. Der Bonus-Level, welcher dem Cap entspricht, liegt somit bei 10,40 Euro. Der Sicherheitspuffer beträgt 13,5 Prozent. Für eher vorsichtige Anleger bietet sich ein Bonus Cap Zertifikat mit einer Barriere bei 6,50 Euro an. Das Bonuszertifikat mit der WKN AA5PR7 läuft ebenfalls bis Mitte Juni, bietet eine Renditechance von acht Prozent bzw. 25 Prozent p.a. und einen Sicherheitspuffer von 19 Prozent.

Für Risikofreudige

Für risikofreudige Anleger dürfte indes ein Discount Call Optionsschein einen näheren Blick wert sein.

Der Discount Call mit der WKN BP2GWD ist mit einem Basispreis bei 6,50 Euro und einem Cap bei 7,50 Euro ausgestattet. Bewertungstag ist ebenfalls der 21. Juni 2013. Dies bedeutet: Geht die T-Aktie am 21. Juni mit einem Stand auf oder über 7,50 Euro aus dem Handel, erzielt man eine Rendite von 43 Prozent bzw. von 140 Prozent p.a. Dann nämlich kommt es zur maximalen Auszahlung von fünf Euro pro Schein. Notiert die T-Aktie am 21. Juni indessen auf oder unter 6,50 Euro, verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeuten würde. Dies gilt es bitte zu beachten. Generell aber gilt: Die T-Aktie ist als Basiswert für Zertifikate, mit dem Ziel attraktive Seitwärtsrenditen zu erzielen, durchaus spannend.



05.03.13 Dieser Artikel wurde 53595mal gelesen.