Bei Redaktionsschluss flirtete der DAX mit einem neuen Allzeithoch. So gibt es trotz der jüngsten Kurs-Rally Argumente, warum der DAX auch in den kommenden Monaten eine gute Figur abgeben könnte. Anlagen mit Risikopuffer rücken aber in den Blickpunkt.


Keine Frage: Die Italien-Wahl hat dem Aktienmarkt vor Augen geführt, dass die Probleme in der Euro-Zone ungelöst sind. Die Wahl endete mit einem politischen Patt. Europas drittgrößte Volkswirtschaft scheint aktuell unregierbar, Neuwahlen sind denkbar, eine Fortsetzung der Sparprogramme scheint fraglich. Während der Euro nach der Italien-Wahl deutlich an Wert verlor, schüttelte sich der DAX kurz, um dann zu einem neuen Höhenflug anzusetzen. Auch der weiterhin schwelende Haushaltsstreit in Washington oder schwächere Wachstumsraten aus Peking hielten den DAX nicht auf. Zweifelsohne sind die eben erwähnten Risikofaktoren nicht zu unterschätzen und können immer wieder für Dämpfer sorgen. Doch der DAX hinterließ in den vergangenen Wochen einen stabilen Eindruck. Und dafür gibt es Gründe.

Keine Alternativen zu Aktien?

In erster Linie die Politik des billigen Geldes. Durch Leitzinsen nahe Null fluten die Notenbanken die Märkte mit Liquidität. Zumal es aktuell keine wirklichen Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Notenbanken ihre ultralockere Geldpolitik in absehbarer Zeit beenden könnten. Doch die Niedrigzinspolitik sorgt auch für eine Art Anlagenotstand. Mit Tagesgeld beispielsweise lässt sich oftmals nur eine Zinsrendite erzielen, die unterhalb der Teuerungsrate liegt. Man spricht in diesem Fall von einem negativen Realzins. Auch auf den Anleihemärkten bilden sich Blasen. Anleihen von finanziell stabilen Staaten oder von Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe als krisenresistent gelten, stehen hoch im Kurs und bieten im Umkehrschluss derzeit nur geringe Renditen. Doch, wie gesagt, es mangelt keineswegs an Liquidität - und zu Aktien gibt es derzeit keine Alternativen. Hinzu kommt, dass die Dividendenpapiere auch im historischen Vergleich noch moderat bewert et sind.

DAX (2-Jahreschart):

Der Deutsche Aktienindex bewegt sich seit Juni des vergangenen Jahres in einem Aufwärtstrend. Dieser verläuft aktuell in der Region von 7.650 Punkten.

Keine Euphorie

Interessant ist auch ein Blick auf die aktuellen Sentimentdaten der Deutschen Börse in Zusammenarbeit mit der Firma cognitrend. Denn diese sprechen keineswegs für eine allzu optimistische oder gar euphorische Stimmungslage bei institutionellen Investoren, sprich bei Großanlegern. Im Gegenteil: Mit einem Anteil von 56 Prozent sind die Bullen zwar in der Überzahl, doch von überschwappendem Optimismus kann derzeit noch keine Rede sein. Dies wäre erst dann der Fall, wenn die Optimisten, sprich Bullen, einen Anteil von 75 bis 80 Prozent behaupten würden. Den noch gedämpften Optimismus werten wir als gutes Zeichen. Bedenken Sie: Normalerweise ist nur derjenige optimistisch, der auch zu einem hohen Maß investiert ist. Insofern implizieren die jüngsten Sentimentdaten, dass die Investitionsquote bei institutionellen Investoren noch nicht zu hoch sein dürfte. Es kön nte also noch einiges an Kapital in den Markt fließen, was die Kurse auf Sicht weiter antreiben könnte - zumal es an Liquidität nicht mangelt.

DAX (10-Jahreschart):

Der Deutsche Aktienindex nimmt das Allzeithoch ins Visier. Dieses wurde im Juli 2007 bei 5.151, 57 Punkten markiert.

Im Aufwärtstrend

Auch das Chartbild ist derzeit als positiv zu interpretieren. Der Deutsche Aktienindex bewegt sich in einem seit Juni des vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrend, welcher aktuell bei etwa 7.650 Punkten verläuft. In der Region von 7.500 Zählern konnte der DAX zudem durch einige Tiefpunkte eine horizontale Unterstützung ausbilden. Erst wenn der deutsche Leitindex nachhaltig unter diese Marke fällt, könnte eine Trendwende drohen. Zweifelsohne genehmigte sich der DAX mit den Kurszuwächsen der vergangenen Monate einen wahrlich ordentlichen Schluck aus der Kurs-Pulle. Und zweifelsohne ist die Luft nach der Kurs-Rally dünner geworden. Doch von einer Überhitzung kann derzeit noch nicht geredet werden. Wenngleich Zertifikate mit Sicherheitspuffer aufgrund der fortgeschrittenen Aufwärtsbewegung eine durchaus clevere Wahl sein könnten.

Puffer von neun Prozent

Das Bonus Cap Zertifikat mit der WKN BP71EB könnte beispielsweise für risikobewusste Anleger interessant sein. Dieses ist mit einer Barriere bei 7.300 Punkten und einer Laufzeit bis zum 20. Dezember 2013 ausgestattet. Dies bedeutet: Kann sich der DAX bis einschließlich zum 20. Dezember 2013 zu jeder Zeit über der Barriere von 7.300 Zählern behaupten, beschert das Zertifikat zum kommenden Weihnachtsfest eine Bonus-Rendite von 13 Prozent beziehungsweise 16,5 Prozent per annum. Der Bonus-Level, welcher dem Cap entspricht, liegt somit bei 9.600 Punkten. Der Sicherheitspuffer beträgt mehr als neun Prozent. Erst wenn der DAX die Unterstützung bei 7.500 Zählern während der Laufzeit nachhaltig unterschreiten sollte, ist ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Zertifikat ratsam.

 

Für erfahrene Renditejäger

Für risikofreudige Anleger könnte indes ein Stay High Optionsschein auf den DAX einen näheren Blick wert sein. Der Stay High mit der WKN SG3QKG ist mit einer Knock-out-Barriere bei 7.300 Punkten ausgestattet. Dies bedeutet: Sollte der DAX während der gesamten Laufzeit oberhalb dieser Barriere notieren, erhält man am Laufzeitende (Bewertungstag ist der 21. Juni 2013) zehn Euro pro Optionsschein. Dies entspricht aktuell einer Rendite von 19 Prozent beziehungsweise von 80 Prozent per annum. Berührt aber der DAX während der Laufzeit die Barriere oder rutscht darunter, verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeutet. Daher sollte man auch hier die Unterstützungsmarke von 7.500 Punkten unbedingt im Auge behalten, um eventuell vorzeitig aussteigen zu können.

Barriere bei 6.800 Punkten

Eine Variante mit längerer Laufzeit, aber auch einem größeren Abstand zur KO-Barriere bietet der Stay High Optionsschein mit der WKN SG3L8B. Bewertungstag ist hier der 20. Dezember 2013, die KO-Barriere liegt bei 6.800 Punkten. Behauptet sich der DAX bis kurz vor Weihnachten zu jeder Zeit über dieser Barriere, erzielt man eine Rendite von 28 Prozent oder 36 Prozent per annum. Sollte der DAX allerdings unter das letzte Herbsttief bei 6.950 Zählern fallen, ist es ratsam, schnell die Reißleine zu ziehen, um einen Totalverlust zu vermeiden. Generell gilt: Stay High Optionsscheine eignen sich nur für Anleger, die bereits über Erfahrungen mit Hebelprodukten verfügen.



19.03.13 Dieser Artikel wurde 17139mal gelesen.