Wir leben in Zeiten billigen Geldes. Vor allem die japanische Notenbank öffnet die Geldschleusen auf Teufel komm' raus. Dies auf Kosten der eigenen Währung. Der "Zertifikate-Anleger" sagt Ihnen, wie Sie von einem schwachen Yen profitieren können.

Anfang April steckten die japanischen Notenbanker zwei Tage lang die Köpfe zusammen. Doch das, was dabei herauskam, konnte nicht wirklich überraschen. Konkret: Die Bank of Japan (BoJ) hat die Geldschraube ein weiteres Mal gelockert. Wie die japanische Notenbank nach ihrer zweitägigen Sitzung mitteilte, werde das Programm zum Ankauf von Wertpapieren ausgeweitet, um die Deflation stärker zu bekämpfen. Von monatlich sieben Bio. Yen, was umgerechnet etwa 58 Mrd. Euro entspricht, ist die Rede - diese sollen in den Ankauf von Staatsanleihen fließen. Während die Kurse für japanische Staatsanleihen nach Bekanntwerden dieser Maßnahme kletterten und auch der Nikkei-Index jubelte, knickte der Yen ein.

Deflationsspirale

Stichwort Deflation. Darunter versteht man in der Volkswirtschaftslehre einen deutlichen und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen. Japan hat bereits seit den 1990er Jahren damit zu kämpfen. Noch in den Achtzigern kannten die Aktienkurse und die Vermögenspreise, beispielsweise von Immobilien, kein Halten. Der signifikante Anstieg des Vermögens führte zu einem Nachfrage-Boom bei japanischen Waren und Dienstleistungen. Doch die spekulative Blase platzte. Verunsicherte Konsumenten hielten sich folglich zurück, Produktionskapazitäten wurden nicht mehr ausgelastet. Die Deflationsspirale drehte sich weiter - Unternehmen gingen insolvent, die Einkommen sanken, der Konsum ging trotz sinkender Preise weiter zurück, da man noch niedrigere Einkommen erwartete.

Euro/Japanischer Yen (1-Jahres-Chart) :

Im Herbst 2012 startete der Euro gegenüber dem Yen seinen Aufwärtsritt. Die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals verläuft aktuell bei etwa 122 Yen.

Geldflut

Zurück in die Gegenwart. Auch 20 Jahre später steckt Japan noch in der Deflationsfalle. Mit einer ultralockeren, um nicht zu sagen aggressiven Geldpolitik will man dieser nun entfliehen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unlängst vermeldete, will Japans Notenbank das Land bis 2016 von der Deflation befreien. Doch Zweifel, ob dies gelingt, sind erlaubt. Denn das angestrebte Inflationsniveau von zwei Prozent hat es nach Informationen von Reuters seit rund einem Vierteljahrhundert nicht mehr gegeben. Im März seien die Preise den fünften Monat in Folge gefallen. Demnach habe das Minus in der Kernrate 0,5 Prozent betragen.

Innovationen?

Die Geldpolitik der japanischen Notenbank schwächt unweigerlich die eigene Währung - der Yen befindet sich auf Talfahrt. Im Umkehrschluss aber stärkt eine schwache Währung das Exportgeschäft der einheimischen Unternehmen. So will man die Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen. Doch ob dies alleine reicht? Unentbehrlich für nachhaltiges, wirtschaftliches Wachstum sind indes Innovationen beziehungsweise technologischer Fortschritt. Doch die Wissenschaft gilt als nur bedingt leistungsfähig. Und die Konkurrenz, vor allem in Ostasien, ist putzmunter und macht japanischen Unternehmen das Leben schwer.

US-Dollar/Japanischer Yen (1-Jahres-Chart) :

Seit November des vergangenen Jahres bewegt sich der Kurs in einem Aufwärtstrendkanal, dessen untere Begrenzung gegenwärtig in der Region von 95 Yen verläuft.

Abwertungswettlauf

Oft ist auch von einem so genannten Währungskrieg die Rede. Dies klingt martialisch und die Wortwahl scheint überzogen. Denn gemeint ist damit ein Abwertungswettlauf der Notenbanken, um die jeweilige Volkswirtschaft über den Export zu stärken. Zweifelsohne ist Japan bei diesem Abwertungswettlauf mittendrin statt nur dabei. Wir gehen auch nicht davon aus, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Zudem scheint es aus unserer Sicht keineswegs als sicher, dass Japan in nur wenigen Jahren aus der Deflationsfalle entfliehen kann. Eine weitere Abwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar oder dem Euro ist denkbar.

US-Dollar vs. Yen

Für risikobereite Investoren mit einem mittelfristigen Anlagehorizont, die darauf setzen wollen, dass der Japanische Yen (JPY) weiteren Boden gegenüber dem US-Dollar verliert, könnte ein Discount Call Optionsschein interessant sein. Der Discount Call mit der WKN DZ9VX2 ist mit einem Basispreis bei 85 JPY und einem Cap bei 95 JPY ausgestattet. Bewertungstag ist der 13. Dezember 2013. Dies bedeutet: Geht der Dollar im Verhältnis zum Yen am 13. Dezember mit einem Stand auf oder über 95 JPY aus dem Handel, erzielt man eine Seitwärtsrendite von 22 Prozent bzw. von 35 Prozent p.a. Dann nämlich kommt es zur maximalen Auszahlung von 1.000 Yen pro Schein, was aktuell 7,85 Euro entspricht. Notiert der Kurs von USD/JPY am 13. Dezember aber auf oder unter 85 Yen, verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeuten wü rde. Bitte beachten Sie dies.

Euro vs. Yen

Wer lieber auf den Euro gegen den Yen setzen möchte, findet bei der DZ-Bank ebenfalls einen Discount Call Optionsschein mit mittelfristiger Laufzeit. Der Discount Call mit der WKN DZ9LHK ist mit einem Basispreis bei 110 JPY und einem Cap bei 120 JPY ausgestattet. Bewertungstag ist auch hier der 13. Dezember 2013. Dies bedeutet: Geht der Euro im Verhältnis zum Yen am 13. Dezember mit einem Stand auf oder über 120 JPY aus dem Handel, erzielt man eine Seitwärtsrendite von 17,5 Prozent bzw. von 28 Prozent p.a. Dann nämlich kommt es zur maximalen Auszahlung von 1.000 Yen pro Schein. Notiert der Kurs von EUR/JPY am 13. Dezember aber auf oder unter 110 Yen, verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeuten würde. Dies gilt es zu beachten.



29.04.13 Dieser Artikel wurde 10036mal gelesen.