Mit Index-Zertifikaten können Sie an der Entwicklung eines gesamten Marktes partizipieren. Somit streuen Sie Ihr Risiko im Gegensatz zu Einzelaktien. Ein Index-Zertifikat auf den DAX ist derzeit interessant für längerfristig orientierte Anleger.


Eigentlich ist das Umfeld recht ordentlich für den Deutschen Aktienindex, kurz DAX. Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Mai nach zwei Rückgängen in Folge. Und auch die jüngsten Daten vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stimmen zuversichtlich. "Die Finanzmarktexperten halten an ihrer Einschätzung fest: Die deutsche Konjunktur dürfte im zweiten Halbjahr 2013 an Fahrt aufnehmen", kommentierte ZEW-Präsident Clemens Fuest. Doch die Betonung liegt auf "eigentlich". Denn die konjunkturelle Aufhellung, welche Frühindikatoren anzeigen, interessiert den Markt derzeit nur am Rande. Es ist zweifelsohne paradox, dass die Kurse derzeit kaum von der Konjunktur beeinflusst werden. Im Gegenteil: Eine sich verbessernde Konjunktur in den Vereinigten Staaten ist derzeit ein Hemmschuh für DAX, Dow Jones & Co.

Entzug?

Sie müssen wissen: Die US-Notenbank hat ihre Geldpolitik an die Entwicklung der US-Konjunktur, insbesondere an die US-Arbeitslosenquote, gekoppelt. Fed-Chef Ben Bernanke hatte nach der Sitzung des Offenmarktausschusses am vergangenen Mittwoch erklärt, die Notenbank könnte ihre ultralockere Geldpolitik noch in diesem Jahr beenden und die milliardenschweren monatlichen Anleihekäufe bis Mitte des kommenden Jahres ad acta lagen. Bei einer Wirtschaftsentwicklung, wie sie sich die US-Notenbanker vorstellen, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Umfang der Bondkäufe noch in diesem Jahr gedrosselt werden könnte. Durchaus klare Worte von Bernanke, die den DAX am letzten Donnerstag in ein Tal der Tränen stürzten. Liquidität ist schließlich eine Art Droge für den Markt - doch in absehbarer Zeit droht wohl oder übel ein Entzug.

DAX (1-Jahres-Chart):

Der mittelfristige, seit etwa einem Jahr bestehende Aufwärtstrend verläuft aktuell in
der Region von 7.700 Punkten. Dort bewegt sich auch die 200-Tage-Linie.

Zinswende?

Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass der Börse ein kalter Entzug droht. Ein rascher Ausstieg aus dem Programm zum Kauf von Anleihen wäre vor dem Hintergrund der globalen Schuldenproblematik wohl ein Vabanquespiel. Gleiches gilt für ein überhastetes Drehen an der Zinsschraube. Hinzu kommt: Im sehr langfristigen Vergleich zeigt sich, dass die Aktienmärkte in der Regel Kursspitzen nach oben sehen, wenn der Zyklus steigender Zinsen bereits weit fortgeschritten ist. Oder mit anderen Worten: Kurzfristig kann es zwar zu weiteren negativen Reaktionen im Hinblick auf eine Wende in der US-Geldpolitik kommen. Mittelfristig aber dürften sich die Aktienmärkte mit der neuen Situation arrangieren und wieder gen Norden tendieren - zumal die Notenbanken überschüssige Liquidität nicht mit aller Gewalt abschöpfen werden.

Dow Jones (2-Jahres-Chart):

Der Weltleitindex Dow Jones bewegt sich seit Oktober 2011 in einem Aufwärtstrendkanal,
dessen untere Begrenzung gegenwärtig in der Region von 13.500 Punkten verläuft.

Sommerflaute?

Zurück zum DAX, der noch im Mai ein neues Allzeithoch zelebrierte, in den letzten Tagen aber den einen oder anderen Rückschlag einstecken musste. Generell sind die Sommermonate oftmals etwas schwierig. Nach statistischen Erhebungen der letzten Jahrzehnte lässt der DAX gerne einmal in der Urlaubszeit von Mitte Juli bis Ende September die Seele baumeln. Von dieser Warte aus gibt es sicherlich bessere Einstiegszeitpunkte als heute. Kommt es nämlich tatsächlich auch in diesem Sommer zu Rücksetzern, könnte sich im Frühherbst ein besserer Einstiegszeitpunkt ergeben. Andererseits verläuft der mittelfristige Aufwärtstrend beim DAX aktuell in der Region von 7.700 Zählern. Dort bewegt sich zudem auch die 200-Tage-Linie. Aus charttechnischer Sicht wäre ein heutiger Einstieg also so falsch nicht. Zumal der Index nach den jüngsten Rückschlägen die im Mai angestaute Überhitzung vollständig abgebaut hat und aktuell eher überverkauft ist. Aus fundamentaler Sicht lässt sich zudem sagen, dass Aktien trotz der Kurssteigerungen in den letzten Jahren noch relativ moderat bewertet sind.

S&P 500 (2-Jahres-Chart):

Der breiter gefasste US-Index S&P 500 bewegt sich wie auch der Dow Jones
seit Oktober 2011 in einem Aufwärtstrendkanal. Die untere Trendlinie verläuft
bei etwa 1.500 Punkten.

DAX-Zertifikat

Das Index-Zertifikat mit der WKN HV72U3 erlaubt Anlegern, eins zu eins an der Entwicklung des DAX zu partizipieren. Das Bezugsverhältnis des Zertifikats beträgt 1:100. Ein Stoppkurs kann im Bereich von etwa 72 Euro gesetzt werden, was somit 7.200 Punkten entspricht - das aktuelle Jahrestief beim DAX wurde in der Region von 7.400 Punkten markiert. Erst wenn der DAX die Region von 7.400 Zählern nachhaltig unterschreitet, droht eine Trendwende am deutschen Aktienmarkt. Übrigens: Ein Index-Zertifikat ist nicht nur sehr transparent, sondern auch sehr kostengünstig. Denn im Gegensatz zu einem Fonds, der beispielsweise in DAX-Werte investiert, fallen keine Managementgebühren und auch kein Ausgabeaufschlag an. Nur 23 Prozent der in Europa zugelassenen Aktienfonds schafften es zudem in den letzten drei Jahren, ihre jeweilige Benchmark zu übertreffen. Dies geht aus einer Studie des unabhängigen Finanzdienstleisters German Capital Management (GECAM) hervor und spricht für Index-Zertifikate.

Zertifikate auf US-Indizes

Wer lieber auf US-amerikanische Standardwerte setzt, für den könnte ein Index-Zertifikat auf den Dow Jones interessant sein. Beispielsweise das Zertifikat mit der WKN BC1D0R, welches über ein Bezugsverhältnis von 1:1000 verfügt. Der Weltleitindex bewegt sich seit Oktober 2011 in einem Aufwärtstrendkanal, dessen untere Begrenzung gegenwärtig bei etwa 13.500 Zählern verläuft. Ein Stoppkurs kann beim eben erwähnten Zertifikat unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses im Bereich von 13 Euro gesetzt werden. Der S&P 500 ist ein Aktienindex, der die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst und somit deutlich breiter aufgestellt ist als der Dow Jones, welcher die 30 größten US-Unternehmen beherbergt. Auch auf den S&P 500 gibt es Index-Zertifikate, zum Beispiel ein Zertifikat der HypoVereinsbank mit der WKN 787330. Das Bezugsverhältnis beträgt 1:100. Ein Stoppkurs kann hier im Bereich von zehn Euro gesetzt werden.



25.06.13 Dieser Artikel wurde 48077mal gelesen.