Es war lange Zeit ziemlich still um den Ölpreis. Doch in den vergangenen Handelstagen rückte er wieder in den Brennpunkt. Zudem gibt es durchaus einige Gründe, die für einen steigenden Ölpreis sprechen. Wir sagen Ihnen, wie Sie davon profitieren können.


Normalerweise ist der Ölpreis immer für eine Schlagzeile gut. Damals im Frühjahr 2008, bevor die Finanzkrise über die Märkte hereinbrach, prognostizierte die Internationale Energieagentur (IEA) einen Ölpreis von 200 US-Dollar je Barrel. Daraus aber wurde (bislang) nichts. Im Gegenteil. Ende 2008 notierte der Ölpreis nur noch im Bereich von 30 Dollar - die Finanzkrise sorgte für einen massiven Crash am Ölmarkt. Es dauerte aber nur etwas mehr als zwei Jahre, ehe der Kurs wieder im dreistelligen Bereich notierte. Doch in der Folge fehlte die Dynamik - der Ölpreis stagnierte viele Monate lang und schrieb keine Schlagzeilen mehr. Doch dies hat sich in den vergangenen Handelstagen geändert.

Geopolitische Risiken

Unlängst sprang der Ölpreis an. Auslöser waren die eskalierenden Unruhen in Ägypten. Das Land am Nil exportiert zwar kein Öl, ist aber beim Transport des Rohstoffs ein wichtiger Knotenpunkt - Stichwort Sueskanal. Zudem befürchtet der Markt einen Flächenbrand, sprich ein Übergreifen der Unruhen beispielsweise auf Öl-Förderländer im Nahen Osten. US-Präsident Barrick Obama meldete sich zu Wort. Er verfolge die Entwicklung mit Sorge. Ägypten sei das größte Land der arabischen Welt, so dass der Konflikt weit reichende Folgen haben könne, sagte Obama. Geopolitische Risiken wie beispielsweise auch die Syrien-Krise sind zweifelsohne ein Treibsatz für den Ölpreis

Brent-Crude-Oil (5-Jahres-Chart) :

Im Mai 2010 startete der Preis für ein Fass Brent Crude Oil seinen langfristigen Aufwärtstrend, welcher aktuell bei etwa 94 US-Dollar verläuft .

Driving Season

Auch aus saisonaler Sicht ist der Ölpreis derzeit interessant. Denn wirft man einen Blick auf den Öl-Chart der letzten 30 Jahre, so erkennt man, dass der Ölpreis in der Zeit von Mitte Juli bis Ende September oftmals den Weg Richtung Norden einschlägt. Dies natürlich nicht aus Willkür, sondern dafür gibt es einen guten Grund. Denn in den Vereinigten Staaten läuft aktuell die so genannte Driving Season. Damit ist die US-Sommerreisezeit gemeint, die bis September andauert. Die Driving Season ist also durchaus ein Faktor, warum beim Ölpreis in den Sommermonaten oftmals eine etwas stabilere Entwicklung zu beobachten ist.

Widerstände

Neben geopolitischen Risiken und der Saisonalität gibt es noch einen weiteren Grund, der für steigende Ölpreise spricht: Die Positionierung der so genannten Commercials. Damit sind Produzenten und Händler gemeint, die aktuell in deutlicher Mehrzahl auf der Long-Seite positioniert sind, sprich auf steigende Kurse spekulieren. Keineswegs verschweigen wollen wir an dieser Stelle aber, dass der Ölpreis aus fundamentaler Sicht durchaus mit heftigen Widerständen zu kämpfen hat. Wie beispielsweise das nicht mehr so hohe Wirtschaftswachstum in China. Oder die Rezession in Europa. Analysten sehen einen fairen Ölpreis im Bereich von 100 US-Dollar. Aus rein fundamentaler Sicht scheint somit kein Aufwärtspotenzial vorhanden.

Brent-Crude-Oil (6-Monatschart) :

Der Kurs könnte die Widerstandszone bei 107 Dollar nachhaltig überwinden.
Ein Vorrücken bis zum Jahreshoch bei 118 Dollar wird somit wahrscheinlicher.

Für risikobewusste Anleger

Doch wie gesagt: Der Ölpreis ist auch eine Art Angstbarometer, was geopolitische Entwicklungen anbelangt. Insofern beinhaltet der Preis immer auch eine Art Angstprämie. Wir stellen Ihnen im Folgenden zwei Seitwärts-Strategien auf den Ölpreis vor. Zum einen ein Bonus Cap Zertifikat auf Brent Crude Oil. Das Zertifikat der DZ Bank mit der WKN DZ9U1B ist mit einer Barriere bei 90 US-Dollar und einer Laufzeit bis zum 19. Mai 2014 ausgestattet. Dies bedeutet: Kann sich der Kurs bis einschließlich 19. Mai 2014 zu jeder Zeit über der Barriere von 90 Dollar behaupten, erzielt man eine Bonus-Rendite von knapp 20 Prozent beziehungsweise 22 Prozent per annum. Der Bonus-Level, welcher dem Cap entspricht, liegt bei 143,70 Dollar. Der Sicherheitspuffer beträgt immerhin 16,5 Prozent.

Für risikofreudige Anleger

Für risikofreudige Anleger könnte ein StayHigh Optionsschein auf Brent Crude Oil interessant sein. Der Schein mit der WKN SG3V06 ist mit einer Knock-out Barriere bei ebenfalls 90 Dollar ausgestattet und läuft bis zum 13. Dezember 2013. Wird die KO-Barriere während der Laufzeit zu keiner Zeit berührt oder unterschritten, erzielt man eine Rendite von mehr als 20 Prozent beziehungsweise 50 Prozent per annum. Wird die KO-Barriere allerdings verletzt, verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeutet. Daher scheint es ratsam, sich vorzeitig von dem Schein zu trennen, falls der Brent-Kurs den langfristigen Aufwärtstrend bei 94 Dollar wider Erwarten nach unten durchbricht. Für das eben erwähnte Bonus Cap Zertifikat auf Brent Crude Oil gilt Selbiges.



08.07.13 Dieser Artikel wurde 14593mal gelesen.