Vieles deutet darauf hin, dass der DAX auch in 2013 eine ordentliche Sohle aufs Börsenparkett legt. Im bisherigen Jahresverlauf konnte der deutsche Leitindex immerhin um etwa zehn Prozent zulegen. Doch kurzfristig droht ein Rückschlag.


Dabei gab es in der vergangenen Handelswoche durchaus positive Nachrichten von der Konjunkturfront. Der ZEW-Index, neben dem ifo-Geschäftsklimaindex der für den deutschen Aktienmarkt wichtigste Frühindikator, stieg deutlich an. Konkret: Die Erwartungen von Analysten und institutionellen Anlegern an die deutsche Konjunktur haben sich im August um 5,7 Punkte verbessert. Der Indikator steht nun bei 42,0 Punkten - der langfristige Mittelwert liegt bei 23,7 Punkten.

"Zum Anstieg des Indikators dürfte beigetragen haben, dass sich in wichtigen Staaten der Eurozone ein Ende der Rezession abzuzeichnen scheint", teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) per Pressemeldung mit. "Dies zeigt auch der deutliche Anstieg der Konjunkturerwartungen für die Eurozone. Was den Konjunkturoptimismus weiterhin stützt, ist die robuste deutsche Binnenkonjunktur", so das Institut aus Mannheim weiter.

Geldpolitische Trendwende?

Was die Börse derzeit aber vor allem beschäftigt, ist, wann die US-Notenbank eine Trendwende bei der Geldpolitik vollzieht, sprich ihre ultralockere Geldpolitik beendet. Am vergangenen Donnerstag lag der DAX im Handelsverlauf zeitweise mit fast 1,5 Prozent unter Wasser. Grund: Eine unerwartet geringe Zahl von US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe werteten die Marktteilnehmer als Vorbote dafür, dass die US-amerikanische Notenbank ihre Anleihenkäufe eher früher als später zurückfahren könnte. Für viele Anleger scheint es somit denkbar, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke bereits im September eine Drosselung der Anleihenkäufe ankündigen könnte. Hinweise hierauf dürfte der nächste große Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten geben, welcher am 6. September um 14.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit verkündet wird. Liegen die Daten dann deutlich über den Erwartungen, dürfte dies der Markt als Steilpass für eine geldpolitische Trendwende interpretieren - und der DAX könnte kurzfristig taumeln.

Negative Saisonalität

Überhaupt befindet sich der Aktienmarkt gerade in einer nicht ganz so einfachen Phase. Denn der August und der September sind die einzigen beiden Monate, welche nach Statistiken der letzten drei Jahrzehnte im Schnitt ein negatives Ergebnis hervorbrachten. Aufgrund der Urlaubszeit sind die Umsätze oftmals dünn, so dass auch kleinere Orders größere Kursbewegungen auslösen können. Die momentan negative Saisonalität könnte also in den kommenden Wochen zu eher schwächeren Notierungen beim DAX führen - zumal sich der DAX in diesem Jahr bislang an saisonale Vorgaben gehalten hat. Wie gesagt: Es handelt sich hierbei nur um eine Statistik, es muss nicht so kommen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht zu unterschätzen. Zumal der deutsche Leitindex auch in charttechnischer Hinsicht dicke Bretter bohren muss, um weiteres Kurspotenzial freizuschaufeln.

DAX (2-Jahreschart) :

Der langfristige Aufwärtstrend, welcher bei etwa 7.500 Zählern verläuft, ist intakt. In dieser Kursregion wurde Mitte April auch das aktuelle Jahrestief markiert.

Für Kurzfrist-Anleger

Denn: Noch ist es dem DAX nicht gelungen, den kurzfristigen Abwärtstrend im Bereich von 8.420 Punkten nachhaltig zu überwinden. Hinzu kommt das Allzeithoch in der Region von 8.550 Zählern, welches als starker Widerstand gilt. Kurzfristig orientierte Anleger mit Mut zum Risiko können auf einen in den kommenden Spätsommer-Wochen eher schwachen DAX setzen. Der Discount Put Optionsschein mit der WKN DX5AVA ist mit einem Basispreis bei 9.100 Punkten und einem Floor bei 8.600 Punkten ausgestattet. Bewertungstag ist der 16. Oktober 2013. Dies bedeutet: Geht der DAX am 16. Oktober mit einem Stand unterhalb von 8.600 Zählern aus dem Handel, erzielt man eine Rendite von 22,5 Prozent bzw. von 137 Prozent p.a. Dann nämlich kommt es zur maximalen Auszahlung von fünf Euro pro Schein. Notiert der Index am 16. Oktober indessen auf oder über 9.100 Zählern, verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeutet. Dies gilt es, unbedingt zu beachten. Sollte der DAX das Allzeithoch nachhaltig überwinden, ist ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Schein zu erwägen.

DAX (6-Monatschart) :

Das Allzeithoch bei etwa 8.550 Punkten gilt als Widerstand. Um dort hinzukommen, muss der DAX aber erst einmal den kurzfristigen Abwärtstrend überwinden.

Sehr kurze Laufzeit

Wer der festen Meinung ist, dass der DAX schon sehr zeitnah Richtung Süden tendiert, kann auch einen Schein mit einer noch kürzeren Laufzeit ins Auge fassen. Der Discount Put Optionsschein mit der WKN BP6XQ5 ist ebenfalls mit einem Basispreis bei 9.100 Punkten und einem Floor bei 8.600 Punkten ausgestattet. Bewertungstag ist aber schon der 20. September 2013. Heißt: Geht der DAX am 20. September mit einem Stand unterhalb von 8.600 Zählern aus dem Handel, erzielt man in knapp fünf Wochen eine Rendite von 10 Prozent bzw. von 111 Prozent p.a. Dann nämlich kommt es auch hier zur maximalen Auszahlung von fünf Euro pro Schein. Auch hier gilt: Notiert der DAX am 20. September auf oder über 9.100 Zählern, verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeutet. Bei einem nachhaltigen Überwinden des Allzeithochs sollte ein vorzeitiger Ausstieg erwägt werden.

KO-Barriere bei 8.750 Punkten

Für sehr risikofreudige Renditejäger könnte derzeit auch ein StayLow Optionsschein auf den Deutschen Aktienindex mit der WKN SG38L6 einen näheren Blick wert sein. Bei einem StayLow ist allerdings nicht der DAX-Stand an einem Stichtag entscheidend, sondern hier gibt es eine Knock-out Barriere, welche während der gesamten Laufzeit nicht berührt oder überschritten werden darf. Konkret: Der StayLow Optionsschein mit der WKN SG38L6 ist mit einer KO-Barriere bei 8.750 Punkten und einer Laufzeit bis zum 20. September 2013 ausgestattet. Bleibt der DAX zu jeder Zeit bis einschließlich 20. September unter der Marke von 8.750 Punkten, erhält man am Auszahlungstag (27. September) zehn Euro pro Schein gutgeschrieben. Dies entspricht aktuell einer Rendite von 21 Prozent beziehungsweise 237 Prozent p.a. Wird die KO-Barriere während der Laufzeit verletzt, bedeutet dies Totalverlust. Insofern ist es vor allem bei dem StayLow ratsam, die DAX-Entwicklung genau zu beobachten, um rechtzeitig, beispielsweise im Falle neuer Allzeithochs, die Notbremse ziehen zu können. Wie bereits erwähnt, eignet sich dieser StayLow Optionsschein aufgrund des sehr hohen Risikoprofils definitiv nur für sehr wagemutige Anleger und nur kleine Positionsgrößen.



19.08.13 Dieser Artikel wurde 9646mal gelesen.