Die weltweit größte Volkswirtschaft blickt derzeit in den Abgrund der Zahlungsunfähigkeit. Doch der DAX nimmt trotzdem ein neues Allzeithoch ins Visier. Wir sagen Ihnen, wie Sie mit dem DAX attraktive Seitwärtsrenditen erzielen können.


Es ist einiges passiert in den letzten Tagen. Nicht wirklich in Berlin, wo die deutsche Politik immer noch an einer neuen Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel bastelt. Die potenziellen Koalitionspartner, sprich die SPD und die Grünen, scheinen aber bereit zu Kompromissen und gehen bislang kaum auf Konfrontation. Im Wahlkampf beispielsweise warben SPD und Grüne mit Steuererhöhungen, aber für eine Koalition mit der CDU wären beide Parteien wohl bereit, ihre Pläne aufzugeben. So jedenfalls kann man Aussagen aus den Reihen der beiden Parteien deuten. Der DAX schaut daher nur noch mit einem Auge nach Berlin. Die anstehenden Koalitionsverhandlungen müssten schon negativ überraschen, damit die Regierungsbildung in Berlin zum großen Thema am deutschen Aktienmarkt wird. Davon ist derzeit allerdings nicht auszugehen.

Blick nach Washington

Vielmehr blickt der DAX derzeit gebannt nach Washington. Der unselige US-Haushaltsstreit ist das vorherrschende Thema an den Märkten, keine Frage. Bedenken Sie: Die Vereinigten Staaten von Amerika steuern auf eine Zahlungsunfähigkeit zu, weil sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress bislang nicht auf einen neuen Haushalt und die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze einigen konnten. Bis zum 17. Oktober, also bis zum kommenden Donnerstag, muss eine Einigung her. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten sich die USA allerdings mit Haushaltstricks noch bis Mitte November über Wasser halten. Dann wäre endgültig Schicht im Schacht und die Verwerfungen an den Finanzmärkten, vor allem bei US-Staatsanleihen, wären immens.

DAX (10-Jahreschart) :

Die Finanzkrise stürzte den Deutschen Aktienindex in 2008 ins Tal der Tränen. Doch seit Frühling 2009 bildet der DAX einen Aufwärtstrend aus, der bei etwa 6.100 Punkten verläuft.

Ultralockerer Kurs

Jedoch ist eher davon auszugehen, dass die US-Politik noch einen Kompromiss findet. Jüngst wurde berichtet, dass sich Demokraten und Republikaner angenähert hätten - dies honorierte der DAX umgehend, indem er in den letzten beiden Tagen der vergangenen Handelswoche kräftig kletterte. Zur guten Laune trug auch eine andere Meldung bei: Mit Janet Yellen wurde die bisherige Vize-Chefin als Nachfolgerin von US-Notenbankchef Ben Bernanke nominiert. Gute Laune deswegen, weil Yellen geldpolitisch für eine Fortsetzung des ultralockeren Kurses steht. Apropos. Laut dem jüngsten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank werde man bis auf Weiteres Anleihen im großen Stil aufkaufen. Wenngleich sich mehrere Mitglieder des zehnköpfigen Offenmarktausschusses laut Medienberichten bei der Sitzung im September äußerst schwer damit getan hätten, das Tempo beim Anleihenkauf weiter mitzugehen.

Charttechnisch gut unterstützt

Können sich die Verantwortlichen in Washington und auch in Berlin in den kommenden Tagen beziehungsweise Wochen einigen, dann dürfte der DAX seinen Weg in höhere Sphären fortsetzen. Zumal auch der November und vor allem der Dezember zu den statistisch besten Monaten eines Börsenjahres zählen. Auch charttechnisch ergibt sich ein eher positives Bild. Denn der DAX konnte sich in den letzten Tagen über der Unterstützungsregion bei ca. 8.500 Punkten behaupten. Ein Rutsch darunter hätte womöglich einen deutlicheren Rücksetzer bis zum mittelfristigen Aufwärtstrend bei etwa 8.200 Zählern zur Folge. Doch erst, wenn die 200-Tage-Linie und das August-Tief (beide bei etwa 8.100 Punkten) unterschritten werden, ist von einer Trendwende auszugehen. Insofern ist der DAX charttechnisch gut unterstützt.

DAX (2-Jahreschart) :

Der mittelfristige Aufwärtstrend verläuft derzeit bei etwa 8.150 Zählern. In der Region von 8.500 Punkten bildete der Kurs des Börsenbarometers eine horizontale Unterstützung.

Bonus-Barriere bei 7.800 Punkten

Für risikobewusste Zertifikate-Anleger könnte ein Bonus Cap Zertifikat auf den DAX mit einer Laufzeit bis zum nächsten Sommer einen nähren Blick wert sein. Das Bonus Cap Zertifikat auf den DAX mit der WKN VZ057Q ist mit einer Barriere bei 7.800 Punkten und einer Laufzeit bis zum 20. Juni 2014 ausgestattet. Dies bedeutet: Kann sich der DAX bis einschließlich 20. Juni 2014 zu jeder Zeit über der Barriere von 7.800 Punkten behaupten, lässt sich eine Seitwärtsrendite von 11,5 Prozent bzw. von 16,5 Prozent per annum erzielen. Der Bonus-Level, welcher dem Cap entspricht, liegt bei 10.400 Punkten. Der Sicherheitspuffer beträgt 10,5 Prozent. Fällt der DAX wider Erwarten unter die runde Marke von 8.000 Punkten, ist ein vorzeitiger Verkauf des Zertifikats ratsam.

Für risikobereite Anleger

Für risikobereite Anleger eignet sich der Discount Call Optionsschein auf den DAX mit der WKN BP6XFQ. Dieser ist mit einem Basispreis bei 7.500 Zählern und einem Cap bei 8.000 Punkten ausgestattet. Bewertungstag ist der 20. Juni 2014. Dies bedeutet: Geht der DAX am 20. Juni 2014 mit einem Stand auf oder über 8.000 Punkten aus dem Handel, erzielt man eine Rendite von 20 Prozent bzw. von 30,5 Prozent p.a. Dann nämlich kommt es zur maximalen Auszahlung von 5 Euro pro Schein. Notiert der DAX am 20. Juni 2014 indessen auf oder unter 7.500 Punkten (Basispreis), verfällt der Schein wertlos, was Totalverlust bedeutet. Der Discount Call Optionsschein auf den DAX mit der WKN BP6XFV ist eher eine Sache für risikofreudige Anleger. Dieser läuft ebenfalls bis Mitte Juni 2014, ist aber mit einem höheren Cap bei 8.500 Punkten und einem höheren Basispreis bei 8.000 Zählern ausgestattet. Die Maximalrendite liegt hierbei bei 36 Prozent bzw. 56 Prozent per annum.



14.10.13 Dieser Artikel wurde 11878mal gelesen.