Die Börsen sind launisch und schwanken zwischen Panik und Euphorie. Für den Photovoltaik-Sektor sah es in den vergangenen Jahren schlecht aus. Die Branchenkonsolidierung ließ die Kurse durch die Bank einbrechen. Doch so langsam wendet sich das Blatt.

Inzwischen sehen die Anleger nicht mehr nur die Risiken, sondern auch die langfristigen Chancen. So sind Solaranlagen in den vergangenen Jahren deutlich effizienter geworden. In vielen Regionen ist der „Sonnenstrom“ günstiger als Energie aus fossilen Brennstoffen. Und der Abwärtstrend bei den Erzeugungskosten dürfte in den nächsten Jahren anhalten, schließlich ist die Photovoltaik noch eine recht junge Technologie, die weitere Verbesserungen erlaubt. Zusammen mit der begrenzten Verfügbarkeit von Öl und Gas sowie von Umweltaspekten sind die Wachstumsperspektiven für die Solarbranche damit blendend.

Verlust bei Marktanteilen

SMA Solar sollte als Weltmarktführer von Wechselrichtern von diesem Wachstumstrend langfristig profitieren. Problematisch für den bei Kassel beheimateten Konzern war zuletzt der kontinuierliche Verlust von Marktanteilen. Für 2012 wurde der globale Marktanteil noch mit rund 23 Prozent angegeben nach 26 Prozent im Vorjahr. Hauptgrund dafür ist die Marktschwäche in Europa, wo SMA Solar besonders stark vertreten ist. Dagegen ist der Footprint in den derzeit am stärksten wachsenden Regionen in Asien noch relativ schwach. Mit dem Zukauf des chinesischen Wechselrichterherstellers Zeversolar hat man sich aber in diesem besonders interessanten Land sinnvoll verstärkt. Kritischer Punkt bei der Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren dürfte sein, ob es gelingt, in den neuen Märkten eine ähnlich starke Stellung zu erringen wie in Europa.

Geschäft noch rückläufig

Das erste Halbjahr 2013 ist noch von dem Marktrückgang geprägt. So brachen die Erlöse im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 462 Millionen Euro ein. Inklusive rund 15 Millionen Euro an Sonderkosten für die laufende Restrukturierung ergibt sich ein operativer Verlust von 23 (Vorjahr: +84) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr stellt der Vorstand bestenfalls ein ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht, ab 2014 will man aber wieder profitabel arbeiten. Mittelfristig traue ich dem TecDAX-Mitglied operative Renditen von rund zehn Prozent zu. Das Wachstum dürfte in Anbetracht der abzusehenden Marktbelebung ebenfalls prozentual zweistellig ausfallen. Auf Basis dieser Annahmen sehe ich Potenzial für die Aktie bis 40 Euro. Charttechnisch befindet sich die Aktie noch in einem Abwärtstrend. Zuletzt zeichnete sich aber zumindest eine Bodenbildung ab, die bei einem Comeback der Solarbranche in einem neuen Aufwärtstrend münden könnte.

5-Jahreschart SMA Solar

SMA Solar

Kennzahlen:
Aktie: SMA Solar
Land: Deutschland
WKN: A0D J6J
Akt. Kurs: 31,52 Euro
52-Wochen-Hoch / Tief: 35,17 Euro / 15,61 Euro
Umsatz 13 / 14: 1.000 Mio. Euro / 1.200 Mio. Euro
EPS 13 / 14: -0,34 Euro / 0,63 Euro
KGV 13 / 14: negativ / 50,0
Börsenwert: 1.094 Mio. Euro

Kurschance: +25%



28.10.13 Dieser Artikel wurde 170108mal gelesen.