Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in Brent-Öl einen Endlos Turbo Long 46,626 open end (ISIN DE000DD04LF1/ WKN DD04LF) mit dem Basiswert Brent Crude Future Contract vor.

Die übergeordnete Aufwärtsbewegung bei Brent Crude Oil sei weiterhin intakt, wobei größere Rücksetzer am Terminmarkt mit Käufen beantwortet worden seien. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hätten vor allem die Entwicklungen in den USA gehabt: Hier hätten sich die Auswirkungen des Tropensturms Harvey bei Brent Crude Oil positiv bemerkbar gemacht. Das Chart-Set-up bleibe damit weiterhin bullisch, wobei der nun erfolgte Breakout aus der Seitwärtsrange bei 53 USD die Trendfortsetzung einleiten sollte.

In den USA habe der Beginn der "Hurricane-Season" nicht nur die Schlagzeilen in der Presse beherrscht. Auch an den Terminmärkten habe der Hurrikan Harvey die Notierungen für Brent Crude Oil kräftig durcheinandergewirbelt. Denn der erste Wirbelsturm in diesem Spätsommer habe nicht nur zahlreiche Regionen in und um den US-Bundesstaat Texas verwüstet, sondern auch zahlreiche Ölförderanlagen und Raffinerien lahmgelegt. Knapp 25% der Ölförderanlagen in dieser Region seien außer Betrieb, während die dortigen Raffineriekapazitäten zeitweise um mehr als 30% hätten zurückgefahren werden müssen.

Damit hätten sich Befürchtungen einiger Rohstoffanalysten, die von einer temporären Nachfrageschwäche bei gleichzeitig weiter steigendem Öl-Output im Zuge von Harvey ausgegangen seien, als falsch erwiesen. Da mittlerweile der Großteil der beschädigten Raffinerien wieder in Betrieb habe genommen werden können, ziehe auch die Ölnachfrage wieder an, während die Instandsetzung der Förderkapazitäten noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte.

Ähnliche Auswirkungen wie bei Harvey würden Experten vom jüngsten Tropensturm Irma erwarten. Auch danach sähen Meteorologen kaum Hoffnung auf Entspannung. Denn mit "José" nähere sich unmittelbar danach ein weiterer Wirbelsturm der Golfküste, während gleich danach mit "Katia" ein weiterer Hurrikan in den Startlöchern stehe.

Positive Signale habe es auch vonseiten der OPEC-Länder gegeben. Denn laut einer Erhebung von Reuters habe sich die Ölproduktion im August bei den zum Ölkartell gehörenden Staaten um 170.000 Barrel pro Tag reduziert. Auch bei den Ölexporten der OPEC-Mitgliedstaaten sei für den vergangenen Monat ein weiterer Rückgang auf 25,19 Millionen Barrel pro Tag ausgewiesen worden, was dem niedrigsten Wert seit April dieses Jahres entsprochen habe. Dies werde von vielen Marktakteuren als Zeichen dafür gewertet, dass die von der OPEC auf den Weg gebrachten Monitoring-Maßnahmen bei den einzelnen Mitgliedstaaten greifen würden.

Führende Mitglieder des Ölkartells hätten bei den Unterzeichnerstaaten des kürzlich bis Anfang 2018 verlängerten Abkommens zur Kürzung der Ölproduktion schärfere Kontrollen bei der Einhaltung angemahnt. Damit scheine man unerwarteten Erfolg zu haben. So sei die Quote bei der Umsetzung der Produktionskürzungen zuletzt Ende August auf 89% gestiegen. Unter anderem habe der zuständige Energieminister des Iran erklärt, dass man die Ölproduktion zuletzt stärker als von der OPEC ursprünglich gefordert zurückgefahren habe. Auch der Irak scheine sich mit den geforderten Produktionskürzungen abgefunden zu haben und habe sich an die Vereinbarung gehalten.

Weiterhin offen bleibe die Frage, ob sich bislang von den beschlossenen Maßnahmen ausgenommene OPEC-Staaten anschließen möchten. Hier rücke unter anderem Nigeria in den Fokus. Derzeit fördere Nigeria nach Aussage des zuständigen Ölministers am Rande seiner Kapazitätsgrenze von 2,2 bis 2,3 Millionen Barrel pro Tag. Auch Libyen sei von der OPEC kürzlich zu Verhandlungen über eine Teilnahme an den Förderkürzungen eingeladen worden. Gelinge es der OPEC, Nigeria und Libyen zur Teilnahme zu bewegen, wäre dies ein bedeutender psychologischer Erfolg.

Da die Förderkürzungen bislang nicht von allen Teilnehmerstaaten umgesetzt würden, sähen viele Marktbeobachter kaum Chancen, dass sich die ohnehin eher bescheidenen Ziele bei der Reduktion der Ölförderung nachhaltig positiv auf den Ölpreis auswirken würden. Angesichts einer nach wie vor verhaltenen globalen Ölnachfrage könnte dies mittelfristig zu einem erneuten Crash der Ölpreise am Terminmarkt führen, so die Einschätzung einiger Analysten. Dessen seien sich offenbar auch die Initiatoren der Kürzungsmaßnahmen bewusst: Sollten sich diese Maßnahmen zur Stabilisierung der Ölpreisnotierungen nicht als zielführend erweisen, behalte sich die OPEC weitergehende Maßnahmen vor.

Denkbar wäre laut Saudi-Arabien auch eine Verlängerung des Abkommens über den März 2018 hinaus. Einige Mitglieder, darunter auch der Irak, hätten diesbezüglich bereits Interesse signalisiert, habe es laut Agenturberichten hinter vorgehaltener Hand geheißen. Gelinge es, eine konsensfähige Mehrheit der OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten zu versammeln, wäre eine Verlängerung der Kürzungen bis Ende Juni 2018 wahrscheinlich. Ob es tatsächlich dazu komme, hänge allerdings von vielen Faktoren ab. Eines scheine jedoch festzustehen: Sollte es nicht gelingen, den Ölpreis dauerhaft über der psychologisch wichtigen Marke von 50 USD zu stabilisieren, wären die OPEC und andere Mitglieder außerhalb des Kartells zum Eingreifen gezwungen. Entsprechende Beschlüsse dürften dann spätestens auf dem Mitte November stattfindenden OPEC-Gipfel in Wien getroffen werden.

Brent Crude Oil hat sich in den vergangenen Wochen weiter stabilisiert, wobei Abschläge im Bereich unserer als Positionsabsicherung gedachten Risikotoleranz bei 50,50 USD mit Käufen beantwortet wurden, so das DZ BANK-Derivate-Team. Mit dem nun erfolgten Breakout aus der Seitwärtsrange bei 53 USD sollte Brent Crude Oil nun die Trendfortsetzung einleiten, wobei das Jahreshoch im Bereich von 57 USD durchaus im Rahmen des Möglichen liege. Das DZ BANK-Derivate-Team hält daher an seiner Long-Positionierung fest und zieht die Risikotoleranz auf 51,50 USD nach.

Mit einem Hebelzertifikat könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe z.B. ein Endlos Turbo Long auf den Brent Crude Future Contract steigende, aber auch fallende Kursnotierungen des Brent Crude Future Contract gehebelt nach. Werde die Knock-out-Schwelle (aktuell 46,622 USD) berührt, verfalle das Zertifikat wertlos. (Stand vom 13.09.2017) (14.09.2017/oc/a/r)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.