FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Donnerstag leicht gestiegen. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1901 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Der Dollar hat jedoch seine deutlichen Vortagesgewinne größtenteils verteidigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch noch auf 1,1979 Dollar festgesetzt.

Am Mittwochnachmittag war der Dollar noch stark gestiegen. Auslöser waren Preisdaten aus den Unternehmen, die als Vorstufe zur Inflation auf Verbraucherebene gelten. Die Herstellerpreise hatten im August spürbar angezogen. An diesem Donnerstag werden die Konsumentenpreise veröffentlicht, an denen die US-Notenbank ihre Geldpolitik ausrichtet. Die nach wie vor verhaltene Inflation gilt als größter Hemmschuh für eine rasche Straffung der amerikanischen Geldpolitik.

Die Commerzbank begründet die jüngste Dollarstärke zudem mit gestiegenen Chancen für eine baldige Steuerreform in den USA. Die Steuerreform könne aus heutiger Sicht früher kommen als sich die meisten Beobachter noch im Frühsommer vorstellen konnten, kommentierte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hatten Hoffnungen auf eine Steuerreform den Dollar zunächst beflügelt. Diese Hoffnungen sind jedoch bisher nicht erfüllt worden. Laut Leuchtmann ist aber auch jetzt noch nicht klar, ob es tatsächlich zu einem Kompromiss im Kongress kommt.

Zum Schweizer Franken legte der Eurokurs am Donnerstag merklich zu. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung stieg auf 1,1530 Franken, nachdem er zuvor bei 1,1440 Franken gelegen hatte. Zuletzt wurde der Euro mit 1,1498 Franken gehandelt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte ihre lockere Geldpolitik und ihre Zinssätze bestätigt. Den Wechselkurs des Franken sieht die SNB nicht mehr ganz so kritisch. Zuletzt sei es zu einem "gewissen Abbau" der "deutlichen Überbewertung" des Schweizer Franken gekommen, heißt es in einer Mitteilung. Grund seien die Kursverluste des Franken zum Euro. Der Franken ist aber laut Notenbankchef Thomas Jordan weiterhin überbewertet./jsl/bgf/tos