KIEL (dpa-AFX) - In Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr rund 32,6 Millionen Megawattstunden Strom erzeugt worden und damit 6,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Wie das Statistikamt am Freitag berichtete, sank die Stromproduktion aus Atomenergie wegen einer längeren Revision im Akw Brokdorf um fast 50 Prozent. Damit fiel der Anteil dieser Energieart an der Gesamterzeugung auf 17,7 Prozent.

Die erneuerbaren Energien legten um 17,7 Prozent auf fast 22,6 Millionen Megawattstunden zu und erreichten damit einen Anteil von gut 69 Prozent an der Stromerzeugung. Zum Vergleich: Deutschlandweit machten 2017 die erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung etwa 33 Prozent aus.

Rechnerisch konnte 2017 der Stromverbrauch in Schleswig-Holstein (rund 14,4 Millionen Megawattstunden) zu mehr als 150 Prozent gedeckt werden. Die fossilen Energieträger erreichten bei einem leichten Gesamtrückgang noch einen Anteil von 12,1 Prozent, wobei es bei Kohle ein kräftiges Minus gab und bei Erdgas ein großes Plus.

Mit dem vollständigen Netzzugang eines weiteren Offshore-Windparks vor der Küste stieg die Stromerzeugung aus Windkraft auf See um fast 20 Prozent auf gut 6,9 Millionen Megawattstunden. Die Produktion aus Windkraftanlagen an Land stieg aufgrund des Baus neuer Anlagen um 24,6 Prozent auf rund 11,3 Millionen Megawattstunden. Nach dem sehr schwachen Windjahr 2016 lag 2017 wieder im langjährigen Durchschnitt. Insgesamt war die Windkraft mit rund 18,3 Millionen Megawattstunden und einem Anteil von gut vier Fünfteln am regenerativ erzeugten Strom wichtigster Träger erneuerbarer Energien.

"Die Zahlen zeigen, dass die in die Netze aufgenommene Strommenge aus den erneuerbaren Energien deutlich weiter zulegt und den Atom- und Kohlestrom zunehmend ersetzt", sagte Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). "Unser Netzausbau zeigt also eine deutliche Wirkung."

Erneuerbare Energien sind, wie Albrechts Ministerium betonte, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Schleswig-Holstein. 2017 flossen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) insgesamt 3,4 Milliarden Euro für Anlagen mit Netzanbindung in Schleswig-Holstein. Im Vergleich zu 2016 waren das 500 Millionen Euro mehr./wsz/mho/DP/tos